Bahnunfall-Prozess wird nach langer Pause fortgesetzt. Nach langer Pause wird am kommenden Montag am Landesgericht St. Pölten der Prozess um einen Bahnunfall in Wieselburg (Bezirk Scheibbs) vom Oktober 2016 fortgesetzt. Ein 55-jährige Verschieber muss sich wegen fahrlässiger Gemeingefährdung und fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Der erste und bisher letzte Verhandlungstag hatte am 15. Oktober 2018 stattgefunden.

Von APA / NÖN.at. Erstellt am 28. August 2020 (12:04)
Zugunglück Wieselburg
Paul Plutsch

Der Beschuldigte arbeitete laut Anklage als Verschieber am Bahnhof Randegg (Bezirk Scheibbs). Er soll dafür verantwortlich sein, dass sich am 19. Oktober 2016 eine Wagengruppe - bestehend aus einem Mannschafts- und vier Güterwagen - losgelöst hatte und den etwa 20 Kilometer langen Weg bis Wieselburg unkontrolliert zurücklegte. Bei einem Zusammenstoß der herrenlosen Waggons mit einem Regionalzug, der aus St. Pölten nach Scheibbs unterwegs war, erlitten vier Personen schwere und 14 leichte Blessuren. Unter den Verletzten war auch der Triebwagenführer.

Konkret vorgeworfen werden dem nunmehr 55-Jährigen Außerachtlassen der Sorgfalt bei einem Kuppelvorgang sowie mangelnde Sicherung einer Wagengruppe in Randegg. Der Mann soll den Bremsabsperrhahn nicht geöffnet und die Bremsklötze nicht abschließend kontrolliert haben. Am ersten Verhandlungstag gab der Beschuldigte jedoch zu Protokoll, sich vorschriftsmäßig verhalten zu haben.

Vertagt worden war die Einzelrichterverhandlung 2018 zur Beischaffung zusätzlicher Unterlagen. Informationen zu Sprachaufzeichnungen und eine fehlende Übersicht über Instandhaltungsaufträge zu einem Waggon sollten eingeholt werden. Ursprünglich wäre die Fortsetzung für den 20. März geplant gewesen, sie wurde damals Gerichtsangaben zufolge allerdings - während des Lockdowns - Corona-bedingt abgesagt.