Dagmar Bernhard: „Ich bin gerne vielseitig“

Die Wieselburger Sängerin und Schauspielerin Dagmar Bernhard über ihre neuesten Projekte.

Christian Eplinger
Christian Eplinger Erstellt am 14. Oktober 2021 | 12:56
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Dagmar Bernhard freut sich gemeinsam mit Joe Pinkl (Piano) auf die Premiere von „The Joyce Project“ am Samstag. Begleitet werden die beiden dabei von Mario Machacek (Gitarre) und Rainer Gartner (Percussion). Foto: Buxhofer
Foto: Buxhofer

NÖN: Am 16. Oktober feiern Sie mit „The Joyce Project“ in der Sargfabrik in Wien Premiere. Gemeinsam mit Musiker und Komponisten Joe Pinkl haben Sie sich der Gedichtsammlung „Chamber Music“ des irischen Schriftstellers James Joyce angenommen. Wie kam es zu diesem Projekt?

Dagmar Bernhard: Die Begegnung mit Joe war sehr lustig. Er kontaktierte mich, weil ich ihm im Facebook immer wieder aufgeploppt bin. Nachdem er auf meiner Homepage war, hat er sich gedacht, die ist die Richtige für das Joyce Project. Die Gedichte von Joyce wurden von ihm schon zu fertigen Songs komponiert. Ich wurde an Land gezogen und in ein fast fertiges Nest gesetzt. Wir haben dann diese Songs noch mit Briefen, Textpassagen und Gedichten zu einer einzigartigen Collage verwoben. Ich finde diese Form der Musik-Literatur-Kombi total toll, weil man so Autoren, die vielleicht bald in Vergessenheit geraten, den Menschen wieder näherbringen kann.

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Was verbinden Sie mit dem irischen Schriftsteller James Joyce? Was fasziniert Sie?

Bernhard: Ich habe in meiner Ausbildung einmal einen Monolog aus seinem Ulysses erarbeitet. Das ist eines seiner bekanntesten Werke. Natürlich musste ich mich für diese neue Aufgabe erst in Schriften, Gedichte und Werke einlesen und von denen gibt es en masse. Er war einer der innovativsten Schriftsteller und ging mit der Sprache um wie sonst kein anderer. Er führte sie ad absurdum und hatte daran Mut und Freude. Das spricht mich an.

Nächsten Samstag ist in Wien Premiere des Programms. Wie geht es dann weiter?

Bernhard: Zunächst steht mal die Premiere in der Sargfabrik in Wien an. Es gibt schon vereinzelt weitere Termine im Haus des Meeres und auch der Tischlerei Melk, aber die sind alle erst für 2022 terminisiert.

Daneben läuft Ihr Teilzeitdivas-Projekt. Da stehen die Premiere der Musikrevue „Blind Date mit Bruce Will-Es“ am 10. November im Theater Akzent Wien und die Vorpremiere am 6. November im Strasshofer Kellertheater an. Was hat es damit auf sich?

Bernhard: Das Teilzeitdivas Projekt entstand im gezwungenen Corona Sabbatical, da haben wir fleißig am Buch geschrieben und umgetextet. Ich singe mit Ingrid Diem und Ursula Gerstbach schon seit geraumer Zeit in einer Soul-Gospel-Popformation und weil wir uns dachten, dass das super funkt und Ingrid und ich bereits Kabarett- und Musikkabaretterfahrung haben, schreiben wir uns eine Comedy-Revue – ein Musikkabarett, das es noch nicht gab. Dreistimmige umgedichtete Songs wie „Nine to five“, „My Guy“, „I’m so excited“, „Mr. Bombastic“ und viele mehr gespickt mit einer lustigen Geschichte von drei sehr unterschiedlichen Ladys, die eins gemeinsam haben: Sie warten auf ihr Blind Date Bruce Will-Es und erleben inzwischen eine Gefühlsachterbahn.

Die beiden Projekte sind ja eigentlich völlig unterschiedlich – James Joyce eher tiefgründig, die Musikrevue eher schräg. Lieben Sie diese Gegensätze bei deiner Arbeit?

Bernhard: Ich liebe den Humor und den Tiefgang und ich mag es wirklich sehr, wenn ich vielseitig sein und bleiben kann.

Was steht für Sie sonst in naher Zukunft am Programm? Wird man Dagmar Bernhard auch im Herbst/Winter wo fix auf einer Bühne sehen können?

Bernhard: Es gibt erst mal diese Soloprojekte, die mich sehr ausfüllen. Am 17., 24. und 26. Oktober gibt es noch „26 - das Konzert“ im Theater 82er Haus. Das 26-Jahr-Jubiläum des Hauses, wo ich ja vor allem in meinen Anfängen mich sehr oft ausprobieren und performen durfte. Und dann sieht man weiter. Corona ist vor allem für uns Künstler noch lange nicht vorbei. Die Menschen gehen leider immer noch nicht wirklich ins Theater. Die sich ständig ändernden Regeln machen es auch nicht leichter und viele Produktionen, die schon geprobt aber noch nicht draußen waren, stehen noch in der Pipeline – deswegen heißt es für uns Künstler noch einige Zeit Geduld haben.

Haben Sie deshalb auch parallel noch das Projekt „Song to go“ ins Leben gerufen?

Bernhard: Ja, das haben wir als Teilzeitdivas in der Zwischenzeit auch entwickelt. Da können uns Leute buchen, die ihre Liebsten mit einem maßgeschneiderten Lied beschenken wollen – live und vor Ort dem Anlass entsprechend lustig oder festlich. Also ein besonderes Geschenk für die Ewigkeit.

Im November ist ein Gastspiel in Wieselburg geplant?

Bernhard: Ja, ich erarbeite mit Georg Buxhofer für das Musikschul-Jubiläum am 19. November ein eigenes Soloprogramm.