Danner ist neuer SPÖ-Bezirksparteivorsitzenden. Der „Zuagraste“ Andreas Danner aus Lunz mit 89,7 Prozent zum neuen SPÖ-Bezirksparteivorsitzenden gewählt. Von 159 Delegierten gaben aber nur 68 ihr Stimme ab.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 03. März 2020 (04:12)
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Wenige Tage bevor SPÖ-Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner den rund 160.000 SPÖ-Mitgliedern die Vertrauensfrage stellt – die Mitgliederbefragung läuft von 4. März bis 2. April –, hielt die Bezirkspartei am Freitag ihre Bezirkskonferenz mit Neuwahlen im Haus der Zukunft in Wieselburg ab. Zumindest im Bezirk sind damit die Weichen für die Zukunft gestellt und die Führungsrollen nun wieder klar verteilt.

Nachdem Gamings Bürgermeisterin Renate Gruber nach dem Verlust ihres Nationalratsmandates im Herbst auch ihren Bezirksparteivorsitz zur Verfügung gestellt hatte, wählten die Delegierten nun Andreas Danner aus Lunz am See mit 89,7 Prozent zum neuen Bezirksparteivorsitzenden der SPÖ. „Ich freue mich, dass ich als quasi Zuagraster, der erst seit fünf Jahren im Bezirk lebt, so ein eindeutiges Votum erhalten habe“, betont der 40-jährige, ehemalige SPÖ-Bürgermeister der steirischen Gemeinde Palfau (2011 bis 2015) im NÖN-Gespräch.

Als Ziele nennt Danner vor allem die Stärkung der Organisationsstruktur im Bezirk und die Verjüngung der Ortsparteien. „Wir müssen die Zugänge zur SPÖ öffnen und die Sozialdemokratie für die Menschen wieder interessanter machen. Dazu braucht es Allianzen mit der Bevölkerung und strategische Partnerschaften – unter anderem mit den Gewerkschaften der großen Betriebe der Region“, erklärt Danner.

Thematisch setzt Danner vor allem auf die Aufrechterhaltung und Verbesserung der ärztlichen Versorgung, Schaffung von dezentralen Pflegeeinrichtungen und leistbarem Wohnraum im Bezirk und den Ausbau der Infrastruktur in Verbindung mit dem Klimaschutz. „Neue, bedarfsorientierte Verkehrslösungen sind ein Gebot der Stunde“, sagt Danner.

Zwei von drei SP- Bürgermeistern fehlten

Dass die politische Landschaft für die Sozialdemokratie derzeit aber kein Honigschlecken ist, zeigte sich bei dieser Bezirkskonferenz auch deutlich. Von den wahlberechtigten 159 Delegierten gaben am Freitag nur 68 ihre Stimme in Wieselburg ab. Von den drei noch im Bezirk vorhandenen SPÖ-Bürgermeistern war nur der Wieselburger Stadtchef Josef Leitner bei der Bezirkskonferenz vor Ort.

Dafür war SPÖ-Landesparteichef Franz Schnabl zugegen und brachte unmissverständlich zum Ausdruck, dass er mit der Mitgliederbefragung zum jetzigen Zeitpunkt keine große Freude hat. „Alleine die 230.000 Euro an Portokosten hätte man anders besser einsetzen können. Wir sollten dann endlich mal aufhören, über uns selbst in der Öffentlichkeit zu diskutieren“, sagte Schnabl.

Ein klares Zeichen gegen Bundesparteichefin Pamela Rendi-Wagner und für eine verpflichtende Direktwahl durch die Mitglieder von der Parteispitze wollte die Sozialistische Jugend mit einem Initiativantrag setzen. Dieser wurde aber mehrheitlich dem Bezirksvorstand zugewisen, wo weiter darüber diskutiert werden soll.