Die Forschung bewegt auf zwölf Bildern. Zwölf NÖ Wissenschafter, davon einige aus der Region, sind unter dem Motto „Kunst meets Wissenschaft“ im Kalender zu sehen.

Von Anna Faltner. Erstellt am 10. Januar 2021 (04:26)

Die Forschung spielt in Wieselburg eine wichtige Rolle. Dass diese auch erfolgreich betrieben wird, beweist aktuell der JungforscherInnen-Kalender, der zum dritten Mal von ecoplus produziert wurde. Nur wurde er für das neue Jahr erstmals digital präsentiert.

„In unserem Kalender stellen wir zwölf Personen vor, die an den vier niederösterreichischen Technopol-Standorten tätig sind. Es ist beeindruckend, was für herausragende Wissenschafter wir in Niederösterreich haben. Die jungen Forschungstalente verschaffen mit ihren eindrucksvollen Leistungen unseren Technologiestandorten einen Vorsprung“, betonen Wirtschafts- und Technologielandesrat Jochen Danninger und ecoplus Geschäftsführer Helmut Miernicki. Im Kalender sind gleich mehrere bekannte Gesichter aus der Region vertreten. Markus Gansberger, Forscher an der HBLFA Francisco Josephinum in Wieselburg und Projektleiter der Innovation Farm, beschäftigt sich aktuell vor allem mit dem Thema der nachhaltigen Landwirtschaft. Im Kalender repräsentiert er den Monat April. Als er von ecoplus angesprochen wurde, musste er nicht lange überlegen. „Nachdem ein Kollege schon mal teilgenommen hatte und ich den Kalender somit bereits kannte, habe ich relativ schnell zugesagt“, sagt der 34-Jährige.

„Forschung soll nicht für die Schublade passieren. Meine Ergebnisse sollen direkt greifbar sein.“ Kathrin Heim, Forscherin

Ihm gefällt, dass der JungforscherInnen-Kalender Forscher aus unterschiedlichsten Wissenschaftsbereichen in Niederösterreich zeigt. „Das Ziel der Künstler war es, die Forscher von ihrem klassischen Klischee loszulösen“, berichtet Gansberger.

„Möchte nützlichen Beitrag leisten“

Seine Faszination gilt der Schaffung von praxistauglichen und anwenderfreundlichen Lösungen auf Basis wissenschaftlicher Ergebnisse im Bereich der Landwirtschaft. „Ich möchte mit meinen Arbeiten einen nützlichen Beitrag zur nachhaltigen Versorgungssicherheit sowie zur Sicherung und Modernisierung der heimischen Landwirtschaft leisten“, betont Gansberger. Neben Katrin Attermeyer, Arbeitsgruppenleiterin vom Wassercluster Lunz, sowie Michael Zellinger, Area-Manager am Kompetenzzentrum BEST in Wieselburg, ist auch Kathrin Heim im Kalender vertreten.

Der Wissenschafterin des Campus Wieselburg der Fachhochschule Wiener Neustadt ist der „August“ im NÖ Jungforscher-Innenkalender gewidmet. Ihr Bild stellt die Wissenschaft in Bewegung dar. „Als im Frühling der Call für die Bewerbung als Mitwirkende im NÖ JungforscherInnenkalender unter dem Motto ‚Kunst meets Wissenschaft‘ ins Haus flatterte, habe ich mich als ausgebildete Künstlerin – ich habe die HBLA für künstlerische Gestaltung besucht – und ambitionierte Sensorik-Forscherin am Campus Wieselburg direkt angesprochen gefühlt“, erzählt Kathrin Heim.

Das Highlight des Projekts war für die gebürtige Göstlingerin das Shooting selbst. „Wie ein professionelles Model wurde ich von einer Stylistin gestylt. Gemeinsam mit Michael Liebert und ‚donhofer.‘ habe ich das für mich passende Outfit gewählt.“

Mit dem Ergebnis ist sie sehr zufrieden. Vor allem, weil es ihre Arbeitsweise als Forscherin widerspiegelt: „Wissenschaft soll für mich interdisziplinär sowie lebens- und praxisnah sein. Durch die Zusammenarbeit von Wissenschaft, Wirtschaft, Kunst und Kultur kann langfristig und unmittelbar Veränderung geschaffen werden. Forschung soll nicht für die Schublade passieren. Meine Forschungsergebnisse sollen direkt greifbar sein, Menschen involvieren und begeistern.“

Die niederösterreichischen Technopole bieten ein aussichtsreiches Umfeld für Forschende. An den vier Technopol-Standorten Krems, Tulln, Wiener Neustadt und Wieselburg gibt es mehr als 3.600 Arbeitsplätze im High-Tech-Bereich, darunter mehr als 1.600 Forscher. Seit Beginn des Technopolprogramms 2004 wurden 346 Forschungsprojekte mit einem Projektvolumen von über 540 Millionen Euro initiiert beziehungsweise umgesetzt.

Das Gesamtkunstwerk „I’m not a freak. I’m a scientist.“ ist das Resultat einer Zusammenarbeit des Aktionskünstlers „donhofer.“ und des Fotografen Michael Liebert. Die Künstler spielen mit Klischees zum Thema Wissenschaft: Statt in ihrem Arbeitsumfeld werden die Forschenden in bewegten Posen gezeigt. Der JungforscherInnen-Kalender 2021 wird an Universitäten, Fachhochschulen, Forschungsinstitute, Technopolpartnerbetriebe und interessierte Personen verteilt.