Die Versuchsfelder für Innovation

Projekt erforscht Wirkung neuer Technologien der Agrartechnologie. Leitung liegt bei Josephinum Research in Wieselburg.

Anna Faltner Erstellt am 07. Mai 2020 | 04:34
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Das Team rund um die „Innovation Farm“ (von links): Christian Lahmer , Projektleiter Markus Gansberger, Georg Ramharter, Philipp Kastenhofer, Franz Handler (Leiter des Clusters „Digitalisierung in der Landwirtschaft“) sowie Heinreich Prankl.
Foto: Anna Faltner

Die Digitalisierung macht auch um die Arbeit in der heimischen Landwirtschaft keinen Bogen. Vielen Landwirten fehlt neben der Feldarbeit jedoch oft die Zeit, sich mit neuartigen Technologien zu beschäftigen. Und genau da setzt das Projekt „Innovation Farm“ an. „Grundsätzlich war es unsere Idee, neue Technologien für die Landwirtschaft so aufzubereiten, sodass sie auch angenommen werden“, erzählt Heinrich Prankl, Leiter für Forschung und Innovation am Francisco Josephinum.

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InnovationFarm/FJ

Konkret geht es darum, eine umweltgerechte Weiterentwicklung der Landwirtschaft mithilfe neuer Technologien zu fördern. „Ein Landwirt hat in der Regel nicht die Zeit, dass er sich intensiv mit diesem Bereich auseinandersetzt. Wir testen diese Technologien auf unseren Versuchsfeldern, dokumentieren und präsentieren die Ergebnisse. Es geht darum, die Vorgänge zu verstehen und den Nutzen zu erkennen“, berichten Projektleiter Markus Gansberger und Heinreich Prankl.

Sie sind allerdings nicht die einzigen, die sich mit der „Innovation Farm“ beschäftigen. Das Josephinum Research in Wieselburg ist nur einer von drei Standorten in Österreich, an denen Versuche durchgeführt werden (siehe Infobox). Darüber hinaus gibt es sogar in Deutschland oder in der Schweiz ähnliche Projekte, die sich mit Digitalisierung auf Experimentier-Feldern beschäftigen. Der Standort in Wieselburg, bei dem übrigens die Leitung liegt, ist spezialisiert auf Ackerbau und Grünland – also die Außenwirtschaft.

„Wir nehmen uns Forschungsprojekten an und testen sie. Das heißt, wir probieren die Prototypen aus.“Markus Gansberger, HBLFA

„Wir nehmen uns bereits entwickelten Forschungsprojekten an und testen sie. Das heißt, wir probieren die Prototypen aus. Hier geht es vor allem um die Anwendung. Und, dass die Ergebnisse nutzbringend für die Landwirtschaft sind“, betont der Projektleiter. Für den Erfolg einer solchen Testung sind drei Partnergruppen notwendig: die Landwirte als Zielgruppe; Firmen, die diese Technologien herstellen; und Bildungsanbieter, die das Wissen weitergeben. „Von Beginn an stand die Industrie stark hinter der ‚Innovation Farm‘“, berichtet Prankl.

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InnovationFarm/FJ

Einige Versuche in der Agrartechnologie zeigten bereits Erfolg – wie das „Presicion Farming“. Dabei wird das Feldstück auf Zonen aufgeteilt. Ein Satellit oder Sensor liefert die Daten darüber ab, wie gut die Pflanzen in den jeweiligen Zonen versorgt sind. „Momentan werden die Felder konstant gleich gedüngt. Durch diese Technologie kann man das Düngen an den Bedarf der Pflanze anpassen. So wird keine Pflanze über- oder unterversorgt“, erklärt Gansberger. Auch aktuelle Probleme in der Landwirtschaft werden behandelt – so wie die Trockenheit. „Da kann man vor allem durch eine wasserschonende Bodenbearbeitung etwas schaffen.“ Generell können sich alle Landwirte, Firmen und Spezialisten mit Problemen oder Lösungsansätzen an die „Innovation Farm“ wenden.

Eigentlich hätte der Projektstart am 27. Mai mit einem großen „Innovation Day“ erfolgen sollen. Coronabedingt wird dieser jetzt um ein Jahr verschoben. Gearbeitet wird innerhalb des achtköpfigen Teams allerdings schon intensiv an den neuesten Technologien. Finanziert wird die „Innovation Farm“ im Rahmen des Clusters „Digitalisierung in der Landwirtschaft“ vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Regionen und Tourismus. Rund 1,9 Millionen Euro fließen in das Projekt, das vorerst auf drei Jahre begrenzt ist. „Wir hoffen aber, dass es zu einer Dauereinrichtung wird, sollte es erfolgreich sein“, sagt Markus Gansberger.