Ende einer Ära: Allerletzte Sitzung für Leichtfried. Nach 10.585 Tagen als Mandatar und 22 Jahren als Bürgermeister heißt es für Leichtfried jetzt Abschied nehmen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 29. März 2019 (04:30)
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Erinnerungsfoto zum Abschluss: Bürgermeister Günther Leichtfried mit den Fraktionsobleuten Karoline Deisl (FPÖ), Vizebürgermeister Peter Reiter (SPÖ) und Werner Tazreiter (ÖVP). Die gute Zusammenarbeit und Leichtfrieds herausragende Arbeit für die Stadt Wieselburg wurde von allen Seiten mehrfach gelobt.
Christian Eplinger

Nach 1 Stunde und 20 Minuten war sie am vergangenen Mittwoch vorbei – die allerletzte Gemeinderatssitzung der Ära Günther Leichtfried. Im Juni wären es genau 22 Jahre, dass Leichtfried zum Bürgermeister gewählt wurde. Mit Ende des Monats legt der 69-jährige SPÖ-Politiker sein Amt nieder. Am 10. April soll Josef Leitner zu seinem Nachfolger gewählt werden (die NÖN berichtete).

„Mein Vater ist mit 85 Jahren noch immer einmal in der Woche ins Büro gegangen. Daher hab ich mir geschworen, ich höre rechtzeitig auf. Aber schon fast hätte auch ich das übersehen. Denn Aufhören ist gar nicht so leicht, vor allem wenn man eine Arbeit gerne verrichtet“, betonte Leichtfried. In seiner Ära gab es rund 110 Gemeinderatssitzungen, in denen über 4.000 Beschlüsse gefasst wurden. 99 Prozent davon einstimmig. Auch in Leichtfrieds letzter Sitzung herrschte größtmögliche Harmonie. Alle 29 Tagesordnungspunkte der öffentlichen Sitzung endeten mit einem einstimmigen Beschluss.

Darunter auch der Rechnungsabschluss 2018 der Stadt Wieselburg. Und der brachte zum Abschluss der Ära Leichtfried durch die Bank Rekordwerte. „Mit einem Gesamthaushalt von fast 29 Millionen Euro hat sich unser Budget mehr als vervierfacht gegenüber dem Jahr 1990, als ich als Mandatar in den Gemeinderat gekommen bin. Der Jahresüberschuss im ordentlichen Haushalt liegt bei 1,5 Millionen Euro und auch die Kommunalsteuereinnahmen haben mit 5,4 Millionen Euro einen neuen Höchstwert erlangt“, bilanzierte Leichtfried.

Wermutstropfen: 2018 mehr Schulden

Einziger Wermutstropfen im aktuellen Rechnungsabschluss ist das Ansteigen des Schuldenstandes der Gemeinde. „Die Projekte rund um Lagerhausareal, Beethovenstraße beziehungsweise Bahnhof mussten wir mit Darlehen finanzieren. Allerdings im Vergleich zu unserer Finanzstärke und der Gesamtentwicklung mache ich mir keine Sorgen und kann auch den Haushalt ruhigen Gewissens übergeben“, sagte Leichtfried.

Entsprechend gut honoriert wurden in Leichtfrieds letzter Sitzung auch nochmals die Vereine und Institutionen, die wesentlich zum Wohlbefinden der Bevölkerung beitragen. 31.860 Euro betrug der insgesamt beschlossene Subventionsbetrag. Die Förderungen gingen an: Pensionistenverband 980 Euro, Frauenberatung Mostviertel 250 Euro, Trachtenverein 370 Euro, Weinzierler Jagdhornbläser 400 Euro, KulturErleben Theatergruppe 3.000 Euro, Billard Sport Club 730 Euro, Poker Club 7-3 All In 300 Euro, Eisstockschützen 500 Euro, Turnverein 2.000 Euro, Fußballverein 7.100 Euro, Hegering 1.200 Euro sowie 3.900 Euro für zwei Stunden zusätzliche Schulsozialarbeit im BG/BRG Wieselburg.