Erste Unterschriften für Primärversorgungszentrum. Geplantes Primärversorgungszentrum in Wieselburg soll Allgemeinmediziner in Region locken. Betreiber sind optimistisch.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 03. Mai 2019 (03:59)
BVZ
Symbolbild

Ende März ging die Investorengruppe rund um Klaus Zehetner und Jürgen Antonitsch mit ihrem geplanten Projekt eines kombinierten Gebäudes aus Geschäften, Primärversorgungszentrum und Wohnungen am ehemaligen Lagerhaus-Areal mitten im Wieselburger Stadtzentrum an die Öffentlichkeit. Seitdem hat sich einiges getan.

„Nach dem Artikel in der NÖN hat es viele Anrufe von Mietinteressenten für Geschäfte wie auch von Ärzten gegeben. Ebenso haben sich zusätzliche Investoren gemeldet. Alle Anrufe werden wir in den nächsten Wochen versuchen, in geordnete Bahnen zu bringen“, erklärt Klaus Zehetner, der gemeinsam mit Antonitsch als Geschäftsführer der „Beethovenstraße 3 Errichtungs- GmbH“ agiert, gegenüber der NÖN. Auch erste Gespräche mit den bereits in Wieselburg und der Region ansässigen und mit neuen Ärzten wurden geführt. „Wir sind guter Dinge, dass wir gemeinsam mit der Gemeinde die Voraussetzungen für ein Primärversorgungszentrum in Wieselburg schaffen werden“, gibt sich Zehetner optimistisch.

Bereits im Mai sollten die ersten Mietverträge unterschrieben werden. Parallel dazu werden aktuell gerade die Gestaltungspläne mit der Stadtgemeinde abgestimmt. Diese sollten ebenfalls in den nächsten Wochen einreichfertig sein.

 Stadtgemeinde fördert Arzt mit Mietzuschuss

 Die Stadtgemeinde unterstützt dieses Projekt mit einer Mietzins-Förderung von 50 Prozent des Quadratmeterpreises (maximale Förderhöhe 5 Euro) auf fünf Jahre für Allgemeinmediziner. Diese Förderung gilt allerdings ab sofort auch für mögliche neue Ärzte, die sich in bestehende Arztpraxen oder andere Räumlichkeiten in Wieselburg einmieten.

Für ein Primärversorgungszentrum bedarf es mindestens dreier Allgemeinmediziner und weiterer diplomierter Kräfte aus Gesundheitsberufen, die Ärzten und Patienten mit ihrem Fachwissen zur Verfügung stehen. Im Projekt sind rund 1.000 m im ersten Obergeschoß (behindertengerecht mit Lift erreichbar) für dieses Zentrum eingeplant. „Die Patienten wählen sich dabei genauso ihren Hausarzt, der von der Gesundheitsvorsorge über die Akutversorgung bis hin zur Rehabilitation und Pflege alles anbieten kann. Der Vorteil eines Primärversorgungszentrums für Patienten ist, dass dieses längere Ordinationszeiten hat – im Regelfall von Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr – und im Vertretungsfall trotzdem ein Allgemeinmediziner vor Ort ist, der den Patienten und dessen Krankengeschichte kennt. Und die Ärzte haben dank koordinierten Vorgehens und Teamarbeit mehr Zeit für jeden einzelnen Patienten“, schildert Klaus Zehetner das Resümee nach Gesprächen mit Ärzten und Patienten im Gesundheitszentrum Enns.

Geplanter Baustart für das neue Gebäude am ehemaligen Lagerhausareal ist im vierten Quartal des heurigen Jahres. Bis 2021 soll es bezugsfertig sein. Die Investorengruppe rechnet mit einer Gesamtinvestition von rund acht Millionen Euro.