FH-Forschungsteam mit Award ausgezeichnet. Wieselburger Forschungsteam der FH mit DLG-Sensorik Award ausgezeichnet. Thema der Arbeit sind sensorische Schnellmethoden.

Von Karin Katona. Erstellt am 01. September 2020 (18:45)
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Die Freude beim Forschungsteam des Research Center of Sensory Sciences and Consumer Behavior (SSCB) am Campus Wieselburg der Fachhochschule Wiener Neustadt über den Sensorik Award 2020 der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft ist groß.
FH Campus Wieselburg

Das Forschungsteam des Research Center of Sensory Sciences and Consumer Behavior (SSCB) am Campus Wieselburg der Fachhochschule Wiener Neustadt ist mit dem Sensorik Award 2020 der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) ausgezeichnet worden. Der Award wird jährlich für herausragende Leistungen der deutschsprachigen Sensorikwissenschaften vergeben.

Neben der wissenschaftlichen Qualität überzeugten die Preisträger in ihrer Forschungsarbeit „Ermittlung der optimalen Stichprobengröße für Nappingstudien mit ungeschulten ProbandInnen“ durch die hohe Praxisrelevanz. Die Vergabe des mit 2.500 Euro dotierten Nachwuchs-Forschungspreises erfolgte durch die DLG und ihren Ausschuss für Sensorik. Die Bewerberinnen mussten ihre wissenschaftlichen Arbeiten über ein „Call-for-Papers-Verfahren“ einreichen.

„Der Award ist ein großer Ansporn für die Studenten, sich mit praxisnaher Forschung auseinanderzusetzen.“ Robert Fina, wissenschafticher Miarbeiter FH Wieselburg

Aus allen Abstracts ermittelte der wissenschaftliche Beirat des DLG-Ausschusses Sensorik die österreichischen Preisträger, die im Rahmen der diesjährigen Online-Konferenz im Zuge des DLG Lebensmitteltages ihre wissenschaftliche Arbeit vorstellten.

Das interdisziplinäre Forschungsteam beschäftigt sich unter anderem mit sensorischen Schnellmethoden. „Diese kommen insbesondere in kleinen und mittleren Lebensmittelunternehmen immer häufiger zum Einsatz, um im eigenen Unternehmen entwickelte Produkte, aber auch Konkurrenzprodukte hinsichtlich ihrer Eigenschaften miteinander zu vergleichen. Denn sie bieten wesentliche wirtschaftliche Vorteile, da im Vergleich zu den klassischen beschreibenden Prüfungen ein geringerer Zeit- und Ressourceneinsatz benötigt wird“, so Roswitha Enzelberger, die Teil des siegreichen Forschungsteams war.

Eine dieser Schnellmethoden stellt das Napping dar, dessen Ziel ein sensorischer Vergleich von mehreren Produkten bezüglich ihrer relativen Ähnlichkeit zueinander ist. Wie groß die Stichprobengröße, also die notwendige Anzahl an Prüfpersonen, für solche Studien sein muss, um statistisch sichere und reproduzierbare Ergebnisse zu liefern, war bisher noch weitgehend unbelegt. Dieser Problemstellung widmeten sich die Preisträgerinnen in ihrer Arbeit.

In einer groß angelegten Studie mit mehr als 100 Testpersonen wurden 15 Erdbeerjoghurtproben hinsichtlich Aussehen, Geschmack und Textur untersucht und anhand ihrer Ähnlichkeit zueinander gruppiert. Daraus wurden systematisch Teilgruppen herausgegriffen, miteinander verglichen und die Ergebnisse statistisch ausgewertet. Das siegreiche Team vom Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt, das sich bereits mit zahlreichen Beiträgen auf internationalen Konferenzen im Bereich der Sensorik etablieren konnte, strebt weitere Studien in diesem Forschungsgebiet an. Robert Fina, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Campus Wieselburg, sieht im Gewinn des Awards auch einen Auftrag für die Zukunft: „Der Award dient als großer Ansporn, auch unsere Studierenden vermehrt dazu zu motivieren, sich in der Forschung mit der praxisnahen Umsetzung auseinanderzusetzen.“