FH-Student braut neuen Gin aus altem Brot. 23-jähriger FH-Student Alexander Höftberger aus Wieselburg braut Hochprozentiges aus Brot vom Vortag. Sein „Brotginsky“ ist ein hervorragendes Beispiel für Nachhaltigkeit.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 17. November 2020 (11:58)
FH-Student Alexander Höftberger entwickelte das Rezept für den Brotginsky. Einen Gin, der aus altem Brot und allerlei aromagebenden Zutaten besteht.
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Wacholder, Orangenschalen, rosa Pfeffer, Apfel und Zimt – 15 verschiedene Botanicals, also Kräuter, Samen, Rinden oder Früchte, finden sich im Gin, den Alexander Höftberger, Student am Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt, entwickelt hat. Das Besondere daran: Das Getränk wird aus altem Brot hergestellt, das sonst weggeworfen werden würde. Der 23-jährige Wieselburger nutzt für seine Arbeit das Labor des Campus Wieselburg, wo er derzeit Lebensmittelproduktentwicklung & Ressourcenmanagement studiert. Dabei wird stets der Aspekt der Nachhaltigkeit betont – so kam Höftberger die Idee zum Brotginsky.

„In Österreich landet durchschnittlich jedes fünfte Brot im Müll. Doch für den Mistkübel ist unser Brot eindeutig zu schade“, sagt Moritz Aschauer, der eine Bäckerei in Pabneukirchen in Oberösterreich betreibt und den Gin herstellt und verkauft. Die beiden kennen sich vom Studium, denn Aschauer (24) studiert Produktmarketing & Projektmanagement am Campus Wieselburg.

Aschauer hatte die Geschäftsidee und rief hochBROTzentig ins Leben. Basis für den Gin bildet das getrocknete und zerkleinerte Altbrot der Bäckerei Aschauer. Höftberger bringt sein Fachwissen in der Produktentwicklung ein. Die Bio-Destillerie Farthofer in Öhling (Josef Farthofer hat früher am Campus gearbeitet) maischt das Brot ein und destilliert es zu Gin.

„Damit ist es uns möglich, beinahe das gesamte unverkaufte Brot weiterzuverarbeiten“, sagt Aschauer, der das Projekt leitet und durch sein wirtschaftliches Know-how ermöglicht. Für das Design der Etiketten auf den Flaschen zeichnet Designer Jürgen Undeutsch verantwortlich – ebenfalls Mitarbeiter der Fachhochschule. „Am Campus Wieselburg arbeiten wir interdisziplinär“, sagt Höftberger. „Ich bin sehr stolz, dass wir miteinander ein marktfähiges Produkt entwickelt haben, das auch noch so gut schmeckt.“

Beim Gin war für das Team aber noch nicht Schluss. Neben Brotginsky finden sich „Brotka“, ein 50-fach destillierter, milder Wodka und „Brotuzo“, ein Ouzo mit eher würzigem Geschmack im Angebot.