Fitnesscenter-Betreiber: „Kunden halten uns die Treue“. Im Wieselburger Studio spricht Franz Reiser über die aktuelle Lage und seine Zukunft.

Von Claudia Christ. Erstellt am 24. Februar 2021 (05:15)
Franz Reiser in seinem verwaisten Studio in Wieselburg. Für die besondere Hygiene hat er mittlerweile sogenannte „Web Wibes“-Ständer, gefüllt mit Desinfektionstüchern, aufgestellt. Wann diese zum Einsatz kommen werden, ist jedoch noch ungewiss.
Christ

Es herrscht eine ungewohnte Atmosphäre im Studio Fitness Reiser in Wieselburg. Dort wo sonst Hanteln gestemmt werden und die Musik aus den Kursräumen klingt, herrscht derzeit Stille. Seit Anfang November war hier keiner mehr trainieren. „Dennoch bleiben wir optimistisch und hoffen, dass wir bald wieder für unsere Kunden öffnen können“, meint Franz Reiser.

Und gerade die Kunden sind es, die dem Geschäftsführer und seiner Tochter Nathalie Feldbacher, die mit ihm die drei Studios in Wieselburg, Ybbs und Scheibbs leitet, in der letzten Zeit großen Rückhalt gaben.

„Experten schätzen, dass jedes dritte Studio vor dem finanziellen Aus steht“Franz Reiser

„Wir haben das Glück, dass wir uns in den vergangenen Jahren einen treuen Kundenstamm aufgebaut haben. Wir haben viele Mails und SMS erhalten, in denen uns die Kunden mitteilen, wie sehr sie das Training vermissen“, sagt Reiser und spricht auch den gesundheitlichen Aspekt an: „Bewegung und Fitness sind essenziell für die Gesundheit und ein intaktes Immunsystem. Viele unserer Kunden haben aufgrund des fehlenden Trainings bereits Probleme mit dem Rücken oder den Gelenken.“

Und wie sieht Reiser seine unternehmerische Zukunft und die seiner Branche? „Wir bekommen natürlich Unterstützung vom Staat, aber das alleine reicht nicht aus, denn die Fixkosten für die drei Studios bleiben bestehen. Wir werden das dank unserer loyalen Kunden voraussichtlich schaffen. Aber Experten schätzen, dass jedes dritte Studio vor dem finanziellen Aus steht“, berichtet er. Alle seine 24 Mitarbeiter befinden sich in Kurzarbeit und warten zu Hause auf den Neustart. „Für viele ist das keine leichte Situation, dennoch hat uns die Krise eines gezeigt, nämlich, dass wir tolle Mitarbeiter haben und ein gut funktionierendes Team sind.“

Maske und Eintrittstest schlecht umsetzbar

Jetzt heißt es einfach abwarten und hoffen, dass die Türen der Studios so bald wie möglich für die Kunden offenstehen. Einschränkungen wird es aber auf jeden Fall geben. Mit einer 15-m2-Regelung könnte Reiser gut leben: „Was ich mir aber nicht vorstellen kann, ist ein Training mit Maske und auch einen Eintrittstest sehe ich in der Praxis eher schlecht umsetzbar, denn viele kommen drei bis vier Mal pro Woche zu uns.“