Forderung nach Unfällen auf LB 25: 70er-Lücke schließen. Nach den zwei schweren Unfällen innerhalb von 24 Stunden wird Ruf nach einer Verlängerung der 70 km/h-Beschränkung laut.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 03. September 2019 (06:11)
Paul Plutsch

Zwei Verkehrsunfälle innerhalb von 24 Stunden hielten am Donnerstag und Freitag die Einsatzkräfte in Wieselburg in Trab. Beide Unfälle geschahen auf der LB 25 auf Höhe des Gewerbeparks Haag und lösten nun eine Diskussion über ein Tempolimit an dieser Stelle aus.

Während der erste Unfall am Donnerstag noch glimpflich nur mit Blechschaden ausgegangen war – ein 50-jähriger Ruprechtshofner hatte beim Abbiegen nach links das entgegenkommende Auto eines 18-jährigen Wieselburgers übersehen –, gab es am Freitag zwei Schwerverletzte.

Ein in Ybbs wohnender ungarischer Staatsbürger (43) war bei der Fahrt von Wieselburg Richtung Purgstall aus ungeklärter Ursache auf die andere Fahrbahnseite geraten. Sein Auto kollidierte bei hoher Geschwindigkeit mit dem entgegenkommenden Fahrzeug eines 54-jährigen Pöchlarners. Die Wucht des Aufpralls riss aus dem Auto des Ungarn den Vorderreifen aus und schleuderte ihn meterweit davon.

Paul Plutsch
Nachdem es bereits am Donnerstag zu einem Verkehrsunfall auf Höhe des Gewerbeparks Haag gekommen war, krachte es am Freitag noch schlimmer. Die beiden Autolenker wurden dabei schwer verletzt. Auch der Notarzthubschrauber war im Einsatz.

Der Fahrer war eingeklemmt und musste von der Feuerwehr Wieselburg mit schwerem Rettungsgerät gerettet werden, ehe er vom Notarzthubschrauber Christophorus 15 schwer verletzt ins Krankenhaus St. Pölten geflogen wurde. Der Pöchlarner wurde vom Roten Kreuz ins Krankenhaus Amstetten eingeliefert.

"Will keinen Rettungshubschrauber mehr vor dem Fenster sehen"

Diese Unfälle haben nun die Forderung nach einer Geschwindigkeitsbegrenzung aufs Tapet gebracht. Die 70km/h-Beschränkung auf der Erlauftalbundesstraße, die bis zum Stadtende und dann wieder ab dem Ortsanfang Mühling gilt, soll durchgezogen werden. Eine Forderung, die bereits beim Bau des Technologie- und Forschungszentrums Wieselburg (tfz) 2008 zur Sprache gekommen war, damals aber mit dem Hinweis auf die Abbiegespuren abgelehnt worden war.

„Auch wenn ein 70er Rücksichtslosigkeit und Unachtsamkeit nicht ausschließen wird, so ist es dennoch ein Lenkungssignal, das jetzt sofort zu setzen ist. Ich will keinen Rettungshubschrauber mehr vor dem Fenster sehen“, fordert Walter Haslinger, CEO vom im tfz untergebrachten Bioenergy 2020+.

Die beiden Wieselburger Bürgermeister Josef Leitner und Karl Gerstl reagierten prompt und wollen das Ansinnen unterstützen. Auch die Bezirkshauptmannschaft will sich der Sache schnellstens annehmen und wird eine Verkehrsverhandlung einleiten. „Wir müssen aber auch die Unfallursachen analysieren und daraus die richtigen Maßnahmen ableiten“, erklärt Bezirkshauptmann Johann Seper gegenüber der NÖN.