Heinrich Prankl: „Für moderne Landwirtschaft“. Wieselburg: Die Freischaltung von RTK-Signal ist ein Meilenstein im „Precision Farming“.

Von Anna Faltner. Erstellt am 15. Dezember 2020 (10:36)
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Freuen sich über die Freischaltung des RTK-Signals (von links): Elisabeth Köstinger, Heinrich Prankl und Margarethe Schramböck.
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Das Thema „Precision Farming“ (ein Verfahren der ortsdifferenzierten und zielgerichteten Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Nutzflächen) beschäftigt die Forschungseinrichtungen des Francisco Josephinums tagtäglich. Bereits 2018 gab Heinrich Prankl, Leiter von Josephinum Research und Leiter der Plattform „Digitalisierung in der Landwirtschaft“ im Landwirtschaftsministerium, die Empfehlung ab, das RTK-Korrektursignal freizuschalten. Diese Freischaltung wurde in der Vorwoche von den Ministerinnen Elisabeth Köstinger und Margarethe Schramböck verkündet.

„Ein Meilenstein im ‚Precision Farming‘. Schön, dass dies in Zusammenarbeit mit dem Francisco Josephinum umgesetzt werden konnte. Eine gute Entwicklung für eine nachhaltige, ressourcenschonende und zukunftsorientierte Landwirtschaft“, ist Prankl erleichtert.

Wozu dieses RTK-Korrektursignal notwendig ist, kann er rasch erklären. Es handelt sich dabei um Satellitensignale, die in Auto-Navis zur Positionsbestimmung und Routenberechnung verwendet werden. „Durch atmosphärische Störungen ist das Navi nur wenige Meter genau. Das reicht zwar für den Straßenverkehr, aber nicht für die Präzisionslandwirtschaft“, sagt Heinrich Prankl.

Für ein genaues Anlegen von Spuren, etwa bei der Saat oder in der Hacktechnik, muss der Traktor wenige Zentimeter genau fahren. Dazu ist ein Korrektursignal (das sogenannte RTK =Real Time Kinematik-Signal) notwendig. Ab Februar 2021 wird das Signal für die Landwirtschaft nun kostenfrei zur Verfügung gestellt. Bei der Innovation Farm am Francisco Josephinum wird diese Technologie auch getestet. So werden Applikationskarten für die Aussaat bei Mais oder in der Düngung verwendet. „Das hilft, Betriebsmittel einzusparen, steigert die Erträge und ist damit ein wichtiger Beitrag für eine moderne und nachhaltige Landwirtschaft“, erklärt Prankl.