„hiesige & dosige“-Organisator: „Festival lebt von Summe des Ganzen“

Erstellt am 03. August 2022 | 04:57
Lesezeit: 4 Min
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Hubert Seiringer von „halle2“ organisiert heuer zum 21. Mal das Festival „hiesige & dosige“ in Wieselburg. Er ist auch seit Beginn für das Line-up verantwortlich. „Das entsteht meist in den Weihnachtsferien. Da ziehe ich mich zurück und filtere aus rund 100 möglichen Bands, acht heraus, die dann beim Festival spielen sollen. Natürlich kommt mir da das gute und über die Jahre hinweg aufgebaute Netzwerk mit Agenturen und Künstlern zugute“, schildert Seiringer.
Foto: Christian Eplinger
21. Auflage: Das Festival „hiesige & dosige“ des Kulturvereins „halle2“ findet nach zwei Jahren pandemiebedingter Pause am kommenden Freitag und Samstag, 5. und 6. August, in Wieselburg wieder statt. Die NÖN bat Hauptorganisator Hubert Seiringer zum Gespräch.
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NÖN: Was bedeutet für Sie persönlich, dass „hiesige & dosige“ nach dieser Zwangspause wieder stattfinden kann?

Hubert Seiringer: Seit wir vor 22 Jahren das Festival sehr spontan organisierten, waren es die ersten Jahre, in denen „hiesige & dosige“ nicht stattfindet. Deshalb freue ich mich jetzt um so mehr, dass dieses große Gemeinschaftsprojekt mit rund 100 freiwilligen Helfern – unter ihnen auch viele neue Gesichter – wieder stattfinden kann.

Was macht dieses Festival zu einem besonderen?

Seiringer: Dieses Festival lebt von der Summe des Ganzen. Ein großes Alleinstellungsmerkmal ist auf jeden Fall, dass wir statt eines fixen Eintritts nur freiwillige Spende verlangen. Denn das Ursprungsziel von „halle2“ ist uns immer noch sehr wichtig: Kultur für alle frei zugänglich zu machen. Andere kommerzielle Weltmusikfestivals mit einem Line-Up wie diesem verlangen 50 Euro Eintritt oder mehr. Bei uns baut alles auf vielen freiwilligen Helfern auf und Sponsoren, die uns Jahr für Jahr unterstützen. Auch das Festival-Publikum, welches quer durch jedes Alter und jede Gesellschaftsschicht geht, ist eine Seltenheit, die schon immer ein Ziel von uns war. Letztlich lebt „hiesige & dosige“ nicht nur von der tollen Location und Musik, sondern genauso von den Menschen, die es zu einem besonderen Event machen.

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NÖN-Mitarbeiterin Alma Heigl beim Interview mit „hiesige & dosige“-Organisator Hubert Seiringer.
Foto: Foto ChristianEplinger

Was sind heuer die Highlights auf der Bühne?

Seiringer: Der bekannteste Name am Line-Up ist wahrscheinlich „Shantel“, der mit seiner Band als Abschluss am Freitag spielen wird. Ursprünglich wäre auch eine ukrainische Band gekommen, das ist jetzt leider nicht möglich. Aber alle unserer gebuchten Bands folgen der Tradition unseres Festivals. Natürlich trifft durch die große Vielfalt nicht jede Band jeden Geschmack, aber es ist bestimmt für alle etwas dabei.

Kam es durch die Pandemie zu organisatorischen Schwierigkeiten beziehungsweise Hindernissen?

Seiringer: Für uns ist alles rund um das Festival ein Hobby. Schwierig war diese pandemiebedingte Pause für Bands, die davon leben, auf solchen Festivals oder Konzerten zuspielen. Bis auf eine Band aus Afrika kommen alle Bands heuer aus dem europäischen Raum, was natürlich auch die Organisation vereinfacht hat. Wir haben auch das Glück, einen Großteil der für 2020 geplanten Bands jetzt auftreten lassen zu können.

Konntet ihr Vorteile aus den zwei Jahren Pause ziehen?

Seiringer: Die zwei Jahre boten Zeit zum Nachdenken. Die aktuellen Entwicklungen zeigen, wie fragil unsere Gesellschaft ist und wie wichtig es somit ist, Verbindendes zu schaffen. Das ist auf jeden Fall das Ziel. Weder das isolierte Denken unserer Sozialstruktur noch die immer stärker werdende wirtschaftliche Globalisierung sind gut. Unser Festival „hiesige & dosige“ bietet genau die richtige Mischung.

2019, also beim letzten Mal „hiesige & dosige“, fand das Festival in der Halle 3 statt. Wird das heuer wieder so sein?

Seiringer: Das entscheiden wir wie auch die letzten Male ganz spontan und wetterabhängig. Wenn es schön wird, gibt der Schlosspark natürlich eine ganz besondere Atmosphäre her. Für Regen haben wir aber auch mit der Halle 3 eine tolle alternative Location, welche Vorteile wie zum Beispiel eine bessere Akustik bietet. Gute Stimmung ist „hiesige & dosige“ auf alle Fälle garantiert – egal welche Location. Das haben wir 2019 bewiesen.

Wird sich das Festival wieder wie gewohnt abspielen oder gibt es neue Besonderheiten?

Seiringer: Wir versuchen, in Richtung „zero waste“ zu gehen und sind hierbei auch schon auf einem guten Weg. Außerdem haben wir eine neue Cocktailbar, welche mein Sohn mit seinen Freunden schon vor zwei Jahren selbst gebaut hat und jetzt das erste Mal bei dem Festival zum Einsatz kommen wird. Das freut mich sehr, weil man merkt, wie viel Mühe sich die nächste Generation schon gibt. Das Grundkonzept von „hiesige & dosige“ bleibt aber gleich und auch die bewährten Caterer kommen wieder, die unter anderem veganes, vegetarisches sowie viel internationales Essen anbieten werden. Denn, wie sagt man so schön: ‚Never stop a running system‘.

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