Immer mehr Imker setzen auf Qualität.  Zum 17. Mal findet in Wieselburg die sensorische Verkostung von Honig statt: mehr als nur Geschmackssache.

Von Karin Maria Heigl. Erstellt am 24. November 2017 (05:45)
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Honigproben soweit das Auge reicht: 7.500 Schälchen mit Honig landeten heuer auf den Verkostungstischen. Dabei geht es um sensorische Feinarbeit: „Honig schmeckt süß, das wissen wir alle. Bei dieser Verkostung geht es aber um die ganz feinen Nuancen und Aromen“, erklärte der Verkostungsleiter Josef Niklas.
Karin Maria Heigl

 Es ist nicht nur Geschmackssache, sondern eine sehr wissenschaftliche Angelegenheit. Hinter der Prämierung mit der Goldenen Honigwabe steckt ein anspruchsvolles Testverfahren. Nur Honige, die alle Voraussetzungen – in puncto Farbe, Geruch, Geschmack, Konsistenz und Kennzeichnung – erfüllen, bekommen hier unter dem Juryvorsitzenden Josef Niklas eine Top-Bewertung.

Die Verkostung, die die Messe Wieselburg im Vorfeld der Ab Hof Messe veranstaltet, hat in Fachkreisen einen hervorragenden Ruf und immer mehr Imker nehmen nicht nur an Landesprämierungen teil, sondern unterziehen ihre Produkte auch den strengsten Tests.

Zahl der Proben gestiegen

„Wir sind wirklich sehr stolz, dass so viele Honigproduzenten aus ganz Österreich unseren Urteilen vertrauen und auf die detaillierte Analyse und Beschreibung ihrer Honige wertlegen“, freut sich Niklas.

Die Zahl der eingereichten Proben ist im Vergleich zum Vorjahr um 269 gestiegen – das entspricht einem Plus von 21 Prozent. Es gäbe sogar Anfragen aus dem Ausland, die man normalerweise aus Kostengründen ablehnen müsste. Heuer seien ausnahmsweise Proben von einem Südtiroler Betrieb dabei.

Die Imker bezahlen zwar Einreichgebühren für jede Probe, mit diesem Geld allein ist die aufwendige Begutachtung (inklusive Laboranalyse und der sogenannten wissenschaftlichen Einstellung) allerdings nicht finanzierbar.

Geschärfte Sinne für die Verkostung von Honig

Die sehr erfahrenen und gut geschulten Sensoriker in Wieselburg hatten heuer insgesamt 1.492 Honigproben zu verkosten. Um diese möglichst genau beurteilen zu können, durchliefen die Experten eine spezielle sensorische Vorbereitung. Sie bekamen unterschiedlich aromatisiertes Wasser – etwa süß, sauer oder bitter – zum Kosten. Dabei ging es darum, die Sinne vor der Prämierungsverkostung zu schärfen. „Das kann man mit der Feinjustierung einer Apothekerwaage vergleichen“, erklärt Josef Niklas.

Sensorik-Expertin Eva Derndorfer stand der Jury mit ihrem Fachwissen zur Seite.