Junge Musiker für Bläserklasse gesucht. Volksschule Wieselburg bangt um ihre Bläserklasse. Im neuen Schuljahr gibt es erst 14 Anmeldungen – das wären noch immer um drei zu wenig.

Von Karin Maria Heigl. Erstellt am 15. September 2018 (04:00)
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Erstmals seit 13 Jahren gibt es zu wenige Anmeldungen für die Bläserklasse. Seit 2016 wird – auf Wunsch vieler Eltern – jedes Jahr eine Bläserklasse gestartet. Direktorin Helga Jungwirth und Musikschullehrer Stefan Buxhofer  – im Bild mit Elmas, Maxim und Florentina  – suchen noch ein paar musikbegeisterte Kids für dieses tolle Projekt.
Karin Maria Heigl

Seit 13 Jahren gibt es die Bläserklasse in der Volksschule Wieselburg. Erstmals seit ihrem Bestehen sind heuer allerdings noch nicht ausreichend Kinder für dieses bewährte Musikprojekt angemeldet. 15 Kinder sind eigentlich die Mindestanzahl. Derzeit sind es nur 14. Für das gemeinsame Spiel im Orchester wären 17 oder 18 Schüler ideal.

Warum das so ist, lässt sich laut VS-Direktorin Helga Jungwirth nicht klar sagen: „Es gibt keine eindeutigen Ursachen dafür. Wir können es uns eigentlich nicht erklären. Wir wollen aber auf alle Fälle an dem Projekt festhalten“, betont Jungwirth, die hofft, dass sich von den 79 Schülern der dritten Klassen noch zumindest einer oder eine für die Bläserklasse anmeldet.

„Eigentlich sind 15 Kinder die Mindestanzahl. Wir wollen aber auf alle Fälle an dem Projekt festhalten.“VS-Direktorin Helga Jungwirth

Diese Schüler besuchen anstelle der herkömmlichen Musikstunden den Bläserklassen-Unterricht. Dazu gehören zum Beispiel sogenannte Registerproben, wo das jeweilige Instrument geübt wird. Außerdem gibt es jede Woche die Möglichkeit, im Orchester miteinander zu musizieren.

„Gerade durch dieses gemeinsame Spielen hebt sich die Bläserklasse von anderem Instrumentalunterricht ab“, weiß Musikschuldirektor Johannes Distelberger. Dieser lebendige Unterricht ist vor allem auch eine tolle Nachwuchsaktion für Bläser und die Blasmusik.

Für Kinder und Eltern ist der Aufwand relativ gering. In erster Linie geht es um die Freude am Musizieren und am gemeinsamen Erlernen der Instrumente. Auch die Musiklehrer der Musikschule Wieselburg, die wöchentlich zu den Kindern in die Volksschule kommen, sind von dem Projekt begeistert. „Effektiver kann man ein neues Instrument nicht lernen, auch wenn es für uns eine gewisse Herausforderung ist, die Kinder – die natürlich unterschiedlich talentiert sind – auf einen Nenner zu bringen“, sagt Stefan Buxhofer, der die Bläserklasse leitet.

Die Bläserklasse ist perfekt in den Schulunterricht integriert, die Kinder haben nur einmal pro Woche eine Schulstunde mehr als ihre Klassenkollegen. Die ersten Wochen laufen sehr spielerisch ab. Es bleibt viel Zeit zum Experimentieren und Erspüren der Musikinstrumente.

Erster gemeinsamer Auftritt zu Weihnachten

„Die Kinder dürfen am Anfang wirklich jedes Instrument ausprobieren. Wir sehen dann schnell, wo die Talente liegen. Es gelingt uns immer, den Begabungen und auch Vorlieben der Kids entsprechend ein Orchester zusammenzustellen“, versichert Stefan Buxhofer. Von Klarinette über Querflöte bis hin zur Tuba und E-Bässe sind alle wichtigen Blasinstrumente vertreten.

Den ersten gemeinsamen Auftritt haben die Kinder zu Weihnachten. Das gefällt Direktorin Jungwirth besonders gut an diesem Projekt: „Ich bin überzeugt, dass Kinder nirgends sonst so schnell in einem Orchester mitspielen können wie bei uns in der Bläserklasse. Faszinierend ist für mich auch das Miteinander: Beim Musizieren im Orchester müssen die Schüler aufeinander hören und in besonderer Weise aufeinander acht geben – das ist etwas sehr Wertvolles“.