Konzepte sind da, jetzt geht’s an Umsetzung

Von der Neugestaltung Zwiesel über die Raumplanung bis hin zu Energie- und Mobilitätskonzept. Wieselburg denkt in die Zukunft.

Erstellt am 13. Januar 2019 | 04:00
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Egal ob das von Rosinak & Partner vorgeschlagene Mobiliätskonzept ...
Foto: Eplinger

In der letzten Gemeinderatssitzung des Jahres 2018 haben die Wieselburger Mandatare durchaus weit in die Zukunft greifende Entscheidungen getroffen. Gleich vier Grundsatzbeschlüsse beziehungsweise Leitlinien für die Zukunft wurden einstimmig beschlossen.

Das Energiekonzept: Die Stadtgemeinde hat ihr Energiekonzept aus dem Jahre 2015 adaptiert. Das neue Konzept basiert auf dem bereits im Oktober beschlossenen neuen Energieleitbild. Das wiederum umfasst die vier Handlungsfelder Energie, Mobilität, Kommunikation sowie Entwicklungsplanung und Raumordnung. Das 40 Seiten lange Konzept enthält auch neueste Daten zum Energiebedarf oder der CO 2 -Bilanz der Gemeinde.

1,7 Prozent der insgesamt in der Gemeinde benötigten Energie brauchen die Gemeindeobjekte. 19,9 Prozent nimmt der Bereich Wohnen ein, 48,4 Prozent verbrauchen die Wieselburger Wirtschaftsbetriebe und 30 Prozent der Verkehr. Bei der CO 2 -Bilanz verschieben sich die Prozentzahlen marginal: Gemeindeobjekte 4 Prozent, Wohnen 22 Prozent, Betriebe 42 Prozent und Verkehr 33 Prozent.

„Die Konzepte der Experten und die Wünsche der Bürger liegen am Tisch, jetzt ist es unsere Aufgabe, uns damit intensiv zu beschäftigen und sie auch umzusetzen.“Günther Leichtfried

„Unser Ziel ist es, bis 2030 in Wieselburg energieautark zu sein. Sprich die gesamte Energie, die in Wieselburg verwendet wird, soll auch in Wieselburg und Umgebung produziert werden“, betont SP-Bürgermeister Günther Leichtfried, für den das Energiekonzept eine Leitlinie sein soll, nach der man künftige Entscheidungen ausrichten muss.

Raumplanung: In der raumplanerischen Entwicklung wollen die vier Inregion-Gemeinden Wieselburg, Wieselburg-Land, Bergland und Petzenkirchen künftig enger zusammenrücken. Nachdem alle vier Gemeinden auf denselben Raumplaner, das Büro Schedlmayer in Loosdorf, zurückgreifen, will man die künftige Entwicklung gemeinsam steuern. Dabei sollen Betriebsansiedelungen genauso gemeinsam kanalisiert werden wie Wohnbereiche oder die Schaffung von Naherholungsgebieten.

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... oder die Pläne für die Neugestaltung rund um das Erlaufzwiesel. Ab 2019 geht es an die Umsetzung der Konzepte.
Eplinger

Mobilitätskonzept: Hand in Hand mit den beiden vorher angeführten Konzepten geht das vom Ziviltechnikerbüro Rosinak & Partner ausgearbeitete Mobilitätskonzept. Auch das sieht vier Handlungsfelder vor: die Neugestaltung des Hauptplatzes in Zusammenhang mit der Fertigstellung der Ortsumfahrung; ein geschlossenes innerörtliches Radwegenetz; Verbesserung im Umfeld der Schulen und verbesserte Verbindungen in die Nachbargemeinden. Am Hauptplatz wäre unter anderem vorgesehen, die Nebenfahrbahn aufzugeben, um dort eine bessere Platzgestaltung zu ermöglichen. Vor allem das Radwegenetz ist den Gemeindemandataren ein Anliegen, wobei es hier zu einer Unterteilung von Hauptradwegen und Erschließungsradwegen kommen soll. „Das Konzept und die dazugehörigen Maßnahmen liegen jetzt am Tisch. Jetzt ist es unsere Aufgabe sich damit zu beschäftigen und diese dann auch umzusetzen“, weiß Bürgermeister Günther Leichtfried.

Bürgerbeteiligungsprojekt Zwiesel: Aus dem von SP-Gemeinderat Sepp Leitner durchgeführten Bürgerbeteiligungsprojekt „Wieselburg 2030“ hat sich die Untergruppe „Bürgerbeteiligungsprojekt Zwiesel“ gegründet und nun dem Gemeinderat ihr Konzept vorgelegt, das dieser einstimmig als Grundlage für weitere Beschlüsse angenommen hat. Vorgesehen ist dabei einerseits eine Attraktivierung und Mehrfachbespielung des Volksfestplatzes (Beleuchtung, mobile Bepflanzung, Bühne, Parken, Kunst- und Kulturveranstaltungen).

Daneben sollen Aufenthalts-, Erholungs- und Bewegungsräume für alle Altersgruppen am Erlaufufer geschaffen werden (Sitzstufen, Erlaufzugang am Nordufer, Bewegungsparcours). Und auch der Bereich um die Halle 2 soll entsprechend neu gestaltet und flexibel nutzbar gemacht werden (überdachte Terrasse, Schwimminsel, Bootsanlegestelle). „Auch dieses Nutzungsprogramm und die einzelnen Vorschläge sind ein Masterplan. Im Laufe des Jahres 2019 wollen wir mit den ersten Umsetzungsschritten beginnen. Aber natürlich muss der Gemeinderat dazu dann nochmals im Einzelfall seinen Sanktus geben“, weiß Günther Leichtfried.