Kulturinitiative halle2: Veranstaltungsreihe aktueller denn je

Erstellt am 26. April 2022 | 09:05
Lesezeit: 3 Min
Halle2, Filmklub Wieselburg, Erlauf erinnert und das zeithistorische Zentrum Melk laden ab Donnerstag zur dreiteiligen Veranstaltungsreihe „dialog:erinnern“.
Werbung

Seit der Gründung befasst sich die Wieselburger Kulturinitiative halle2 mit wechselnden Schwerpunkten und Veranstaltungsformaten. Das Thema Kommunikation spielt dabei immer eine wesentliche Rolle. Bei der ersten Veranstaltungsreihe des Jahres stehen neben Film und Ausstellung, Gespräche und die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit im Mittelpunkt.

„Als wir begonnen haben, über unsere Programmschwerpunkte nachzudenken, gab es noch keine Anzeichen für die Invasion in der Ukraine. Krieg und Gräueltaten schienen aus europäischer Sicht sehr weit weg. Es waren nur Worte aus der Vergangenheit, fast nicht mehr hörbar. Doch sie sind auf beklemmende Weise präsenter, als wir uns eingestehen. Vor unserer Haustür. Der Auseinandersetzung damit wollen und müssen wir uns immer wieder stellen“, betont halle2-Projektleiter Wolfgang Thanel.

„Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar“ von Ingeborg Bachmann sowie „Erinnern ist Arbeiten an der Zukunft“ von Aleida Assmann. Zwei Sätze, die auf bestechend klare Weise Anspruch und Ziel des Programmschwerpunkts umreißen. Bewusst vorangestellt hat man dem Erinnern das Wort Dialog, das offene und vorurteilsfreie Kommunizieren, ohne dem Geschichte und Erinnerung allzu oft auf abstrakte ferne Handlungen reduziert bleiben. „Es ist die unmittelbare Umgebung, die uns prägt und in der sich die größten Handlungsspielräume für Veränderungen eröffnen. In diesem Sinne hat halle2 die zwei Programmschwerpunkte von dialog:erinnern gewählt“, erklärt Thanel.

In Kooperation mit dem Filmklub Wieselburg wird der Film „Endphase“ am 27. April (19 Uhr) im Kino mal vier gezeigt. Im Anschluss an den Film begrüßen die Vereine, Regisseur Hans Hochstöger sowie den Autor und Historiker Johannes Kammerstätter zum Gespräch. Am 28. April gibt es eine Schulvorführung, die Johannes Kammerstätter und die Therapeutin Nina Diesenberger (Autoren der Buchreihe „Tragbares Vaterland“) begleiten.

Verbunden mit diesem Projekt ist die Ausstellung „Zwischenräume“, die halle2 in Kooperation mit „Erlauf erinnert“ und dem zeithistorischen Zentrum Melk im Schloss Petzenkirchen durchführt. Diese wird am 29. April um 19 Uhr eröffnet und verbindet regionale Orte der Verfolgung und Gewalt, aber auch des Widerstands.

Werbung