Lächeln statt Händeschütteln bei Ab Hof-Messe

Erstellt am 08. März 2020 | 20:16
Lesezeit: 7 Min
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10 bis 15-prozentiger Besucherrückgang. Dennoch sind Messeverantwortlichen zufrieden: „Entscheidung war richtig.“
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Es werden voraussichtlich um die 30.000 Besucher werden, die bis Montagabend – die Messe hat am Montag noch von 9 bis 17 Uhr geöffnet – die 26. Auflage der Ab Hof-Messe Wieselburg besucht haben werden. „Das bedeutet einen Besucherrückgang von zehn bis 15 Prozent. Aber in Anbetracht der Ereignisse der letzten Tage rund um das Coronavirus sind wir damit mehr als zufrieden. Ich hätte ein viel schlimmeres Minus erwartet“, zog Messe-Geschäftsführer Werner Roher am Sonntagabend im NÖN-Telefonat eine erste Zwischenbilanz.

Generell sei es die richtige Entscheidung gewesen, die Messe durchzuführen. Das hätten auch viele Aussteller, Besucher und auch die Ehrengäste am Eröffnungsfreitag mehrmals betont. „Die Leute haben die gesamte Situation viel entspannter hingenommen. Von Hysterie war nichts zu spüren – auch die Hände wurden weiterhin eifrig geschüttelt“, weiß Roher. Und das obwohl Messe-Präsident Uwe Scheutz bei der Eröffnung den Slogan „Lächeln statt Händeschütteln“ ausgegeben hatte. Aber auch für Scheuch war das schlimmste Virus nicht Corana, sondern die Angst und Hysterie, die rund um das Virus entfacht wurden.

Hygiene wurde groß-geschrieben

Angst und Hysterie waren auf der Messe in keinster Weise zu spüren. Auch wenn die Messeverantwortlichen entsprechend vorgesorgt hatten. Für alle Aussteller gab es kostenlos Desinfektionsmittel sowohl für die Oberflächen als auch für die Hände. „Wir haben sogar ein eigenes Desinfektions-Zentrum eingerichtet und uns mit rund 600 Liter Desinfektionsmittel eingedeckt. Da sollten wir jetzt auch für die nächsten Veranstaltungen noch länger auskommen“, erläutert Werner Roher, der auch mit der Bezirkshauptmannschaft in ständigem Kontakt war. „Wir haben uns immer in alle Richtungen abgesichert.“ Auch die Fachbesucher aus dem Ausland seien trotz Coronavirus nicht ausgeblieben, weiß Roher. „Wir hatten Delegationen aus Deutschland und Schweden bei uns. Einzig die Besucher aus Italien blieben aus. Wir haben hier ja auch bewusst die Aussteller aus Italien im Vorfeld ausgeladen“, erklärt Roher.

Dass Panik beim Coronavirus fehl am Platz sei und die Abhaltung der Ab Hof-Messe der richtige Schritt gewesen wäre, betonten auch LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf und Ministerin Elisabeth Köstinger, die die messe am Freitag offiziell eröffneten.

Für heimische Bauern sogar eine Chance

„Es wäre schade gewesen, wenn wir diese Olympiade der bäuerlichen Direktvermarktung absagen hätten müssen. Aber von Landesseite hat es im Vorfeld viele Beratungen und Arbeitssitzungen gegeben. Wichtig ist, dass man den Hausverstand einschaltet und auf normale Hygienemaßnahmen wie Händewaschen nicht vergisst“, betonte Pernkopf.

Elisabeth Köstinger hoffte, dass das Coronavirus nicht zum zweiten fixen Virus neben Influenza wird. Denn vor allem die Tourismus- und Reisebranchen würden bereits stark unter den Folgen leiden, weshalb die Bundesregierung Maßnahmen zur Abfederung der Auswirkungen für familiengeführte Tourismusbetriebe beschlossen hätte. „Für die Landwirtschaft kann dies auch eine Chance sein. Denn für die Konsumenten wird es noch wichtiger, dass sie heimische Produkte kaufen, wo sie sich bester Qualität sicher sein können“, sagte Köstinger.

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