88 Prozent fordern hohe Standards bei Lebensmittel. Bernhuber und Nemecek von Eurobarometer-Umfrage bestätigt: EU-Bürger sind bei Lebensmitteln klar gegen Billigimporte.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 03. Januar 2021 (15:01)
Nemecek (links) und Bernhuber sehen sich durch die Eurobarometer-Umfrage bestätigt.
NÖBB

Abhängigkeiten von Importen sind beim Essen ein echtes No-Go für die EU-Bürger. Rund 27.000 wurden nach den ersten Corona-Monaten im August und September von der EU im Rahmen des Eurobarometers zur Landwirtschaft befragt. 80 Prozent der Befragten, und damit acht Prozent mehr als 2017, fordern von der EU, dass sie im Rahmen der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) eine stabile Nahrungsmittelversorgung sicherstellt. In Österreich beträgt dieser Wert sogar 85 Prozent (+4).

„Die Frage der Lebensmittelversorgung ist eine Frage der nationalen Sicherheit und eine Frage, die Bürger in Österreich und in der ganzen EU beschäftigt. Das hat uns die Coronakrise gezeigt und die aktuellen Umfrageergebnisse bestätigt. Diese Bewusstseinsbildung war auch wichtiger Teil unserer Arbeit in den vergangenen Monaten“, betont NÖ Bauernbunddirektor Paul Nemecek, der damit auch die „Für Dich, für Alle, für Österreich“-Kampagne bestätigt sieht.

Und auch den letzten verbliebenen Mercosur-Befürwortern in der EU sollte das Ergebnis der aktuellen „Eurobarometer“-Umfrage wohl endgültig den Wind aus den Segeln genommen haben, hofft EU-Abgeordneter Alexander Bernhuber (ÖVP). Denn für 88 Prozent der Befragten sind Agrar- und Lebensmittelimporte nur dann gut, wenn bei deren Herstellung die hohen EU-Standards in Sachen Umweltschutz und Tierwohl erfüllt werden. „Das bedeutet nämlich im Detail, dass knapp 90 Prozent der EU-Bürger dem Hormonfleisch aus Übersee oder Käfigeiern aus der Ukraine eine eindeutige Absage erteilen und sich klar gegen die ‚Hauptsache Billig‘-Devise des Freihandels stellen“, sagt Bernhuber.