Brunning könnte weiter wachsen

Landgemeinde will sieben Parzellen in neues Bauland umwidmen. Anrainer sind darüber nicht erfreut.

Erstellt am 27. August 2021 | 16:18
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Brunning soll weiter wachsen – das will zumindest die Gemeinde Wieselburg-Land
Foto: Eplinger

Der Ortsteil Brunning bestand vor vielen Jahren nur aus 13 Bauern- und drei Einfamilienhäusern. Erst im vergangenen Jahrzehnt sind dort auch die ersten Siedlungshäuser hinzugekommen. Nun soll Brunning weiter wachsen. Zumindest, wenn es nach dem Willen der Landgemeinde geht.

Diese plant in der kommenden Gemeinderatssitzung am 9. September sieben Bauparzellen von Grünland beziehungsweise Grünland-Freihaltefläche auf Bauland-Agrar umzuwidmen. „Das ist eine bewährte Vorgangsweise. Wir haben hier Grundstückseigentümer, die bereit sind, Wiesengrundstücke zu verkaufen, damit die Siedlung weiter wachsen kann. Als Gemeinde sind wir immer auf der Suche nach verfügbaren Bauland für Einfamilienhäuser, da leider viele Baulücken in vorhandenen Siedlungsgebieten nicht verfügbar sind“, erklärt Bürgermeister Karl Gerstl (ÖVP) gegenüber der NÖN.

Alles andere als happy damit sind einige Anrainer aus Brunning – allen voran Rosa Scherzer: „Man redet immer von Vermeidung von Bodenversiegelung und dann widmet man Agrarland in Bauland um. Dadurch wird die dörfliche Struktur zerstört“, fürchtet Scherzer. Noch dazu seien das Wiesenflächen, die bei den letzten Starkregenereignissen unter Wasser gestanden wären. „Der Dorfgraben und die vorhandene Kanalisation konnten diese Regenmengen nicht mehr aufnehmen. Alles lief in diese Wiese. Und jetzt will man, dass sich dort Leute hinbauen. Das passt doch nicht zusammen“, kritisiert Rosa Scherzer.

„Alles ist von Behörden und Sachverständigen geprüft. Es gibt in diesem Bereich kein Hangwasserproblem. Nur wenn 200 Milliliter Regen innerhalb kürzester Zeit fallen, dann kann das kein Boden aufnehmen. Da steht dann Wasser in der Wiese“, sagt Gerstl und sieht dem Projekt positiv entgegen, zeigt aber Verständnis, dass das Projekt bei der alteingesessenen Bevölkerung auf keine große Gegenliebe stößt.

Übrigens: Bis Dienstag liegt das Projekt noch bei der Landgemeinde zur Einsicht und Stellungnahme auf.

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