Budgetvoranschläge: Vorsicht ist die Mutter ...

Ein Minus in Wieselburg, großes Plus in der Landgemeinde – vorerst.

Erstellt am 21. Dezember 2019 | 03:54
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Die beiden Wieselburger Gemeinden zählen wohl zu den finanzstärksten im Bezirk. Das bedingen alleine die hohen Kommunalsteuereinnahmen, über die sich mittlerweile beide freuen dürfen. Und dennoch, bei den beiden in der Vorwoche beschlossenen Budgetvoranschlägen für 2020 zeigte sich die noch unterschiedliche Auslegung der neuen Voranschlags- und Rechnungsabschluss-Verordnung 2015 (VRV 2015).

Während in der Stadtgemeinde der Vermögenshaushalt noch zur Gänze herausgehalten wurde und auch die 2019 zu erwartenden Überschüsse nicht ins Budget einflossen, hat die Landgemeinde diese schon miteinberechnet. Dadurch ergeben sich vorerst zwei sehr unterschiedliche Haushaltsansätze.

In der Stadtgemeinde müsste man demnach zur Finanzierung des Ergebnis - und des Finanzierungshaushaltes 3,37 Millionen Euro an Darlehen aufnehmen sowie 597.000 Euro an Rücklagen entnehmen. Dadurch ist in der Stadtgemeinde auch das Haushaltspotenzial (vergleichbar mit der ehemaligen Finanzspitze) deutlich negativ. „Vorsicht ist die Mutter in der Porzellankiste. Das ist in Wahrheit ein einmaliges technisches Budget. Viele der angeführten Darlehensaufnahmen werden wir vermutlich nicht brauchen, weil wir den Geldtopf, den wir am Ende des Jahres zur Verfügung haben, noch nicht ausgeschüttet haben“, erläutert SP-Bürgermeister Josef Leitner.

Knapp fünf Millionen werden 2020 investiert

Insgesamt sind im Gesamtbudget der Stadtgemeinde wieder über 20 Millionen Euro veranschlagt, wobei alleine fast ein Viertel in investive Vorhaben fließen wird. Hauptprojekte dabei sind das Zwieselprojekt und Grundkäufe und -verkäufe sowie der Straßenbau am Zeiselgraben und die Wasserleitungsgeneralsanierung in der Mankerstraße. „Unsere Finanzkraft ist ungebrochen“, betont Josef Leitner. Viel positiver schauen die Zahlen im Voranschlag auf den ersten Blick bei der Landgemeinde aus.

Dort ergibt sich ein Nettofinanzierungssaldo von 223.900 Euro und ein positives Haushaltspotenzial von 443.700 Euro. „Wir haben einen Teil unseres Überschusses mit einem Hilfskonto und Teile unseres Vermögens schon reingerechnet, allerdings fehlen dort etwa noch das Feuerwehrhaus und der Hochwassserschutz. Insofern ist aktuell die Vergleichbarkeit noch nicht wirklich gegeben. Das wird sich frühestens mit der Eröffnungsbilanz im nächsten Jahr zeigen“, erklärt Amtsleiter Franz Rafetzeder.

Sehr gutes Zeugnis für die Landgemeinde

Sorgen brauche man sich aber keine machen. Die Landgemeinde sei finanziell gut aufgestellt, was auch die Landesprüfer in der Gebarungseinschau bestätigten. „Es wurden keinerlei Mängel festgestellt. Das ist ein Beweis für die gute wirtschaftliche Situation unserer Gemeinde und auch für die gute Arbeit unserer Gemeindeverwaltung“, lobt VP-Bürgermeister Karl Gerstl Amtsleiter Franz Rafetzeder und dessen Team.

Auch dessen namensgleicher Finanzreferent Franz Rafetzeder streicht die postive Entwicklung der Landgemeinde hervor: „Wir konnten in den letzten fünf Jahren 5,4 Millionen Euro in Projekte investieren und dennoch unseren Schuldenstand um rund 800.000 Euro senken. Diesen Kurs wollen wir beibehalten“, betonte der geschäftsführende VP-Gemeinderat.