Innovatives Projekt für die Modellregion. Mit zukunftsweisenden Maßnahmen wollen die Bezirke Scheibbs und Melk Modellregion für Kreislaufwirtschaft werden. Konzept wurde vorgestellt.

Von Claudia Christ. Erstellt am 14. September 2021 (19:25)
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Machen sich für das Projekt „Bioökonomie &Kreislaufwirtschaft“ in den Bezirken Scheibbs und Melk stark (von links): Hannes Royer (Land schafft Leben), Braumeister Günter Kecht (Brauerei Wieselburg), Marcus Urdl (Garant), Herbert Greisberger (GF ENU ), Hubert Seiringer (Seiringer Umweltservice), Elisabeth Wopienka (best research), Gerhard Hackl (Direktor HLUW Yspertal), Anton Haubenberger (Haubis), Franz Aigner (Obmann-Stellvertreter des GVU Scheibbs), Josef Rathbauer (Bundesanstalt für Landtechnik) und Peter Brandstetter (ecoplus).
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Unternehmer, Forscher sowie Vertreter von Bildungseinrichtungen bündelten im Rahmen der Ausschreibung des Klima- und Energiefonds „Modellregion Bioökonomie & Kreislaufwirtschaft“ in den Bezirken Melk und Scheibbs mit den Umweltverbänden als Initiator ihre Kräfte, um ein zukunftsweisendes Konzept zu erarbeiten.

Dieses wurde am Donnerstag im Schloss Weinzierl der Öffentlichkeit präsentiert. Gegliedert in zehn Punkte, diese reichen vom organischen Stoffkreislauf über die Schaffung einer Eiweißautonomie in der Region und der Umsetzung einer Biogasproduktion bis hin zur Reduktion von Mikroplastik, soll hier eine zukunftsweisende Richtung eingeschlagen werden und die Region zum Leuchtturmprojekt für den organischen Kreislauf werden lassen.

„Wir haben in den vergangenen 50, 60 Jahren durch die große Menge an Rohstoffen, die wir der Erde entzogen haben, großen Schaden angerichtet. Das zu reparieren wird 10.000 Jahre dauern“, betonte Hannes Royer vom Verein „Land Schafft Leben“ in seinem Vortrag.

Neben innovativen Leitbetrieben sind auch die Bildungs- und Forschungsstäger wie die HLUW Yspertal, die FH Wieselburg, das Francisco Josephinum, das Gymnasium Wieselburg, die Bundesanstalt für Landtechnik, das Bundesamt für Wasserwirtschaft, BEST Research an Board. Organisiert wird die Projekteinreichung durch das Technopol Wieselburg mit Manager Klaus Nagelhofer.

Elementarer Bestandteil des Projektes ist ebenso, eine Bewusstseinsbildung in der Bevölkerung. Dafür setzen sich auch die acht Personen besonders ein, die bei der Präsentation auf das Podium geholt wurden und das Konzept gemeinsam federführend angetrieben haben.

Dass bereits, auch aufgrund der Pandemie, ein Umdenkprozess gestartet wurde, konnte Herbert Greisberger von der ENU feststellen. „Die Jugend interessiert sich brennend dafür, aber auch die Politik muss hier ihren Beitrag leisten. Das müssen wir unbedingt einfordern. Fakt ist aber, Umweltschutz wird sich dort entwickeln, wo er sich auch rechnet“, betont Gerhard Hackl, Direktor der HLUW Yspertal. Dass es allerhöchste Zeit ist, jetzt etwas zu tun, ist die Intention von Hubert Seiringer, der sich seit 25 Jahren mit der Idee, durch Kompostierung natürliche Kreisläufe zu schließen, beschäftigt.

Sollte das Projekt die Einreichung schaffen, dann winkt eine dreijährige professionelle Betreuung. „Wenn nicht, machen wir es trotzdem. Denn das ist erst der Anfang der Fahnenstange und nicht das Ende“, so der Tenor.