Nach Brandunfall: „Bin froh, dass es mir so gut geht“. Lokalaugenschein bei der Familie Zeilerbauer 15 Monate nach dem schrecklichen Brandunfall am 17. April 2018.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 02. August 2019 (04:36)
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Marc Zeilerbauer ist guter Dinge, sein Körper hat die Hauttransplantationen gut angenommen (oben). In Gumprechtsfelden ist mittlerweile die neue Lagerhalle bezogen, von links: Karl Gerstl, Franz, Marc und Franz Zeilerbauer senior.

Mit einem breiten Lächeln kommt Marc Zeilerbauer zum Gesprächstermin mit der NÖN am vergangenen Donnerstag. Bestens erholt. Denn er hat gerade einen einwöchigen Bootsurlaub in Kroatien hinter sich.

Zeilerbauer, Boot – da war doch etwas? Gehen wir 15 Monate zurück. Am Abend des 17. April 2018 schmiedete Marc Zeilerbauer Pläne für seine erste Tour in Kroatien mit dem gebrauchten Motorboot, das er sich mit seinen Freunden gekauft hatte.

Gemeinsam mit seinen Freunden Stefan Distelberger und Patrick Wiesbauer führte Marc im hauseigenen Carport Reparaturarbeiten beim Motorboot durch. Plötzlich eine Explosion und Feuer im gesamten Bereich. Ein Feuer, das das gesamte Futtermittellager der Familie Zeilerbauer und auch das Privathaus von Franz Zeilerbauer vernichtete. 180 Mitglieder von zehn Feuerwehren waren bei dem Brand im Einsatz. Wir berichteten: 

Und die drei Burschen? Die wurden nach Erstbetreuung vor Ort mit Rettungshelikoptern ins AKH Wien geflogen, wo sie mehrere Tage im Tiefschlaf lagen.

„Ganz entspannt bin ich immer noch nicht, wenn ich Benzin oder Gase rieche. Dennoch, der Bootsurlaub musste jetzt sein – auch wenn nur als Mitfahrer und mit einem 50er Sonnenschutzmittel“, sagt Marc Zeilerbauer, der im Mai seinen 30. Geburtstag gefeiert hat.

Schmerzen hat er zwar immer noch, doch damit hat er mittlerweile zu leben gelernt. „Ich bin 16 Tage im Tiefschlaf gelegen. Meine Haut war zu 30 Prozent verbrannt. Ich hatte etliche Transplantationen. Daher muss ich froh sein, dass es mir heute so gut geht, auch wenn ich halt immer noch Nervenschmerzen in den Beinen habe und meine Vorfüße und die Zehen noch nicht richtig bewegen kann“, schildert Marc Zeilerbauer und hofft, schon bald ein zweites Mal auf Reha an den Weißen Hof fahren zu können.

„Wenn ich Gase oder Benzin rieche, habe ich noch immer ein mulmiges Gefühl.“Marc Zeilerbauer

Seine beiden Freunde Stefan Distelberger und Patrick Wiesbauer, die beide sechs Tage im Tiefschlaf lagen, waren bereits zwei Mal auf Reha. Beide sind mittlerweile wieder berufstätig. Stefan als Betriebselektriker im LK Scheibbs, Patrick bei der Firma Queiser. Ganz sind aber auch bei ihnen die Schmerzen und Probleme noch nicht weg.

Marc, der als Selbstständiger den von seinem Großvater vor 50 Jahren aufgebauten Futtermittelhandel gemeinsam mit seinem Vater Franz Zeilerbauer führt, hat das Berufsleben relativ rasch nach seinem Unfall wieder eingeholt. „Wir mussten die Firma natürlich trotz der Geschehnisse auf Laufen erhalten. Zum Glück haben uns Freunde unterstützt und die Kunden uns die Treue gehalten“, erzählt Franz Zeilerbauer.

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Rund 30 Tonnen Futtermittel sind damals beim Feuer verbrannt. Dennoch ging nur zwei Tage später das Geschäft weiter. Als Übergangslager dienten die Hallen der Familie Jäger und von Karl Gerstl, der bis 2014 selbst als Futtermittelhändler aktiv war. „Wir durften ja fast ein halbes Jahr nach dem Unfall nichts anrühren. Erst dann waren alle kriminaltechnischen Erhebungen und Gutachten abgeschlossen und wir konnten den Abriss vornehmen und mit dem Neubau einer Lagerhalle und des Wohngebäudes beginnen“, schildert Franz Zeilerbauer.

Futtermittellager wieder in Gumprechtsfelden

Seit einigen Wochen ist der Rohbau so weit fertig, dass der Betrieb wieder vollständig nach Gumprechtsfelden übersiedeln konnte. „Die 270 m große Halle füllt sich bereits wieder“, freut sich auch Franz Zeilerbauer senior, der den Betrieb seinerzeit aufgebaut hat und immer noch kräftig selbst mitarbeitet.