Von der Prüfanstalt bis zur „Research“. 1947 als Prüfanstalt gegründet, sind die Bundeslehr- und Forschungsanstalt und das Josephinum Research international anerkannte Top-Adressen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 09. November 2017 (05:00)
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Feierten 70 Jahre BLT und sieben Jahre Josephinum Research, von links: Direktor Alois Rosenberger, Bürgermeister Günther Leichtfried, Keynote-Speaker Christian Huber (Vizepräsident von CNH Tractors), Margareta Scheuringer vom Lebensministerium, Bürgermeister Karl Gerstl, Forschungsleiter Heinrich Prankl und Bezirkshauptmann Johann Seper.
Christian Eplinger

Wer Landtechnik sagt und „Future Farm Technology“ denkt, der kommt heutzutage an der BLT (FJ Biomasse und Landtechnik beziehungsweise zuvor Bundesanstalt für Landtechnik) und dem Josephinum Research nicht vorbei.

Fest mit vielen Gästen

Diese beiden Institutionen feierten am Montag der Vorwoche ihren 70. beziehungsweise siebenten Geburtstag. Ein Fest mit vielen erlesenen geladenen Gästen aus dem Bereich der Institutionen, Forschung und der Wirtschaft.

Von Beginn an hatte die 1947 als „Bundesversuchs- und Prüfanstalt für Landwirtschaftliche Maschinen und Geräte“ gegründete und in der Bevölkerung unter „Prüfanstalt“ bekannte Institution Pionierarbeit bei der Technisierung und Elektrifizierung der Landwirtschaft geleistet.

„Das war damals nach Kriegsende eine harte Aufbauzeit, die unter dem Gründer der Prüfanstalt Franz Scheruga geleistet wurde“, erinnert sich der heutige Forschungsleiter Heinrich Prankl zurück. Ergonomie und Sicherheit der Traktoren, die langsam die Landwirtschaft „eroberten“, standen im Mittelpunkt der Tätigkeiten.

In den 70er-Jahren begannen daneben die Beschäftigung mit alternativen Energieträgern und die Prüfungen von Heizkesseln – ein Bereich, der unmittelbar mit dem Namen Leopold Lasselsberger verbunden ist. Parallel dazu begann unter dem damaligen BLT-Direktor Erwin Reichmann und Sepp Pernkopf sowie Manfred Wörgetter der Aufbau der ersten Biodiesel-Produktionsanlage Österreichs.

Zusammenführung von Lehre und Forschung

1982 wird die Prüfanstalt zur Bundesanstalt für Landtechnik und beginnt mit einer breiten Forschungstätigkeit, die mit Österreichs EU-Beitritt 1995 auch international immer angesehener wird. Mit der Zusammenführung von Lehre und Forschung 2005 und der Gründung von Josephinum Research 2010 ergaben sich völlig neue Möglichkeiten im Forschungsbereich.

„Wir können seit damals sehr schnell auf aktuelle Themen reagieren und drittmittelfinanzierte Projekte durchführen. Das hat einen enormen Schub ausgelöst“, weiß Prankl und dankte dem damaligen BLT-Direktor Johann Schrottmaier für dessen Weitblick.

Mehrere Auszeichnungen

Die Folge: Jede Menge Auszeichnungen auf nationaler und internationaler Ebene, wie etwa „Top of the World“ bei den weltweit ausgestellten OECD-approbierten Prüfberichten 2016, der Teacher Award der Industriellenvereinigung oder der Zuschlag für den Fachhochschul-Studiengang Land.

In zwei Wochen gibt es bei der weltgrößten Landtechnikschau in Hannover, der Agritechnica, zusätzlich noch zwei Silbermedaillen für zwei vom BLT mitentwickelte Innovationen: die Farmdok-App zur automatisierten Dokumentation landwirtschaftlicher Tätigkeiten und eine von Josephinum Research entwickelte Methode zur optimalen Saatbettbereitung, bei der die Bodenrauigkeit mittels Bildgebung analysiert wird.

„Wenn von 31 Medaillen weltweit gleich zwei nach Wieselburg gehen, dürfen wir schon stolz sein“, freut sich Prankl und macht so wie Direktor Alois Rosenberger das gute Betriebsklima und die tolle Teamarbeit hauptverantwortlich für den Erfolg.