Landwirtschaft: Der „Hotspot“ der Digitalisierung. Wieselburg bekommt digitalen Muster- Bauernhof. Der soll ökologische und ökonomische Vorteile aufzeigen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 30. November 2018 (04:00)
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Wieselburg wird zum „Hotspot“ der Digitalisierung in der Landwirtschaft, darüber sind sich Heinrich Prankl, Leiter für Forschung und Innovation am Josephinum, Nachhaltigkeitsministerin Elisabeth Köstinger und Nationalratsabgeordneter FJ-Direktor Alois Rosenberger einig.
Paul Gruber

„Die Digitalisierung ist aus der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken. Auch in der Landwirtschaft ist das Arbeiten ohne elektronische Steuerungen und Internet kaum vorstellbar“, erklärt Bundesministerin Elisabeth Köstinger bei der Präsentation der Plattform „Digitalisierung in der Landwirtschaft“. Eine Plattform, die vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus eingerichtet und vom Francisco Josephinum in Wieselburg geleitet wird.

Die Basis für diese Plattform bildet der von der BLT Wieselburg unter der Gesamtleitung von Heinrich Prankl, dem Leiter für Forschung und Innovation im Francisco Josephinum, erstellte Bericht zur Digitalisierung in der Landwirtschaft.

„Nicht jede beliebige App bringt die gewünschten Effekte und damit einen wirtschaftlichen Mehrwert für die Anwender.“Alois Rosenberger

Eine Digitalisierung der Landwirtschaft soll den Bauern helfen, auf ihren Betrieben betriebsmittelsparend und umweltschonend zu wirtschaften, angefangen vom Ackerbaubetrieb in den Gunstlagen bis hin zum inneralpinen Bergbauernbetrieb. „Wir müssen die Chancen der Digitalisierung des ländlichen Raumes zuerst erkennen und dann gezielt nutzen.

Dabei ist es wichtig, aus der Fülle des technologischen Angebotes die Spreu vom Weizen zu trennen, denn beispielsweise bringt nicht jede beliebige App die gewünschten Effekte und damit einen wirtschaftlichen Mehrwert für die Anwender“, weiß FJ-Direktor und Nationalratsabgeordneter Alois Rosenberger. Um neue Technologien langfristig zu etablieren, seien mehrere Ansätze nötig. „Zum einen müssen wir die Digitalisierung für die Bauern greifbar machen und zum anderen muss in der Ausbildung unserer bäuerlichen Nachfolgegeneration das Angebot in Richtung neuer Technologien erweitert werden“, sagt Alois Rosenberger.

Digitalen Musterbauernhof ins Leben rufen

In Wieselburg hat sich daher ein regelrechter „Hotspot der Digitalisierung in der Landwirtschaft“ etabliert. Hier gehen praktische Anwendungen im Muster-Bauernhof Tür an Tür mit der angewandten Forschung und dem Fachhochschulstudiengang Agrartechnologie, der die Absolventen im Bereich Digitalisierung gezielt weiterführt. Konkret soll, wie in Deutschland und der Schweiz bereits umgesetzt, ein digitaler Muster-Bauernhof ins Leben gerufen werden. Umgesetzt wird dieser Auftrag vom Francisco Josephinum in Wieselburg.

Der digitale Muster-Bauernhof soll Bauern zeigen, wie Digitalisierung auf landwirtschaftlichen Betrieben funktionieren kann. Somit sollen die Landwirte den praktischen Mehrwert, wie beispielsweise die Einsparung von Betriebsmitteln, Umweltschutz, erhöhtes Tierwohl und geringere Arbeitsbelastung erkennen und dann am eigenen Betrieb umsetzen. Bei diesem Projekt lassen sich sowohl ökologische als auch ökonomische Perspektiven aufzeigen.

Investitionen in Richtung einer digitalen landwirtschaftlichen Ausbildung sind bereits getätigt. Ab dem nächsten Schuljahr wird es am Francisco Josephinum eine eigene fünfjährige Ausbildungsschiene „Landwirtschaft und Digitalisierung“ mit Matura (die NÖN berichtete) geben. Neben der landwirtschaftlichen Produktion und den betriebswirtschaftlichen Fächern gibt es die zwei Schwerpunkte „Agrarische Systemtechnik“ und „Informationssysteme im Bereich der Digitalisierung“.