Michael Scheruga: „Ich habe keine Sekunde bereut“

Erstellt am 26. Oktober 2018 | 05:00
Lesezeit: 4 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
440_0008_7401218_erl43heigl_scheruga_foto.jpg
Michael Scheruga kehrt für den 100. Auftritt zurück an den Ort der Premiere, dem Kulturhof Aigner in Bodensdorf und freut sich auf zwei tolle Jubiläumsabende.
Foto: Andreas Wolfgang Rausch
NÖN-Exklusiv-Interview mit Michael Scheruga: Sein Programm „Liebe, Sex und Wirtschaftskrise“ feiert 100. Vorstellung.
Werbung
Anzeige

Ein eigenes Kabarett zu schreiben und damit auf Tournee zu gehen ist eine Sache. 100 Vorstellungen über die Bühne zu bringen, ist eine ganz andere. Der Wieselburger Musiker und Kabarettist Michael Scheruga sprach mit Karin Maria Heigl über Ängste und Träume und das Leben als berufstätiger Vater, der so nebenbei 50 Vorstellungen im Jahr gibt.

NÖN: Eines gleich vorweg: Haben Sie den Schritt, sich mit aller Kraft als Musiker und Kabarettist zu etablieren, jemals bereut?

Michael Scheruga: Es war nicht einfach und ich musste oft den berühmten inneren Schweinehund überwinden. Aber ich habe keine Sekunde bereut. Im Gegenteil – und ich schätze mich glücklich sagen zu können: der Erfolg gibt mir recht.

Sie standen viele Abende auf der Bühne, ernteten viel Applaus. Aber gab es auch Rückschläge?

Scheruga: Es gab zum Glück bis dato keine Rückschläge. Es läuft alles auf Schiene und wir arbeiten daran das Programm, die Logistik und die Organisation weiter zu verbessern.

Wovor haben sie am meisten Angst?

Scheruga: Ich fände es schade, wenn die Menschen über meine Schmähs lachen, ohne zu begreifen, worum es mir wirklich geht. Am meisten Angst habe ich davor, dass die Menschheit nicht rechtzeitig erkennt, wo die wahren Probleme liegen. Ich wünsche mir eine Welt, in der nicht jene verherrlicht werden, die am meisten besitzen, sondern jene, die am hilfsbereitesten sind, jene, die die besten Lehrer sind, jene, die die Alten und Kranken am liebevollsten pflegen.

Was ist ihr größter Traum?

Scheruga: Neben der Überwindung der materialistischen Welt und ganz auf Ego bezogen würde ich sagen: Mein Traum ist gleichzeitig mein Ziel und mein Plan: Ich möchte und ich werde als satirischer Künstler in den Bereichen Schauspiel, Kabarett und Musik weiterhin erfolgreich sein und das bis zum letzten Atemzug.

Wie geht das alles neben Familie und Beruf?

Scheruga: Disziplin, Disziplin, Disziplin. Und Menschen, die das alles mittragen. Allen voran meine Frau Gabriela, die mich bedingungslos und großherzig unterstützt. Mein Top-Team: Uli Schmalzl (Keyboards), Gerry Wimmer (Licht und Tontechnik) sowie Magdalena Seifert (Booking). Und ein gutes Zeitmanagement: alles läuft, alles wächst und gedeiht. Leider auch mein Bauch (lacht). 

Rentiert sich der Aufwand? Könnten Sie nicht schon als hauptberuflicher Kabarettist arbeiten?

Scheruga: Um davon leben zu können, müsste ich bei meinem derzeitigen Marktwert und meiner Kostenstruktur 200 Vorstellungen im Jahr spielen. Und ohne Partner und Sponsoren wäre es bislang gar nicht möglich gewesen.

Sie haben schon vor längerer Zeit von einem neuen Programm gesprochen. Müssen die Scheruga-Fans noch lange darauf warten?

Scheruga: Es wird Anfang November eine Single geben! Ich habe ein Lied geschrieben über meinen Opa, der ja auch im aktuellen Programm Liebe, Sex und Wirtschaftskrise eine nicht unwesentliche Rolle spielt. Ich liebe dieses Lied, dessen Schauplatz das Begräbnis meines Großvaters ist. Es erzählt seine eindrucksvolle Geschichte rund um die Kriegswirren, von seinem stets vorbildlichen Verhalten und seiner ausgesprochenen Weisheit. Der Titel ist „Du bist immer da“ – weil er immer da ist bei mir, mein Opa. Das neue Programm kommt im Herbst 2019. Ich will noch nicht zu viel verraten, außer und darauf freue ich mich ganz besonders: Matthias Simoner, mein langjähriger musikalischer Wegbegleiter sowie Produzent meines Albums wird dazustoßen und mich beim nächsten Programm gemeinsam mit Uli Schmalzl musikalisch beziehungsweise Gitarre-technisch auf der Bühne unterstützen.

Weiterlesen nach der Werbung