Nach dem Hochwasser: „Handeln ist gefragt“. Die Bürgermeister der InRegion wollen gemeinsame Schutzmaßnahmen setzen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 02. Juli 2020 (05:54)
Bürgermeister Josef Leitner: „Eine einzelne Gemeinde kann da nichts ausrichten. Da müssen wir gemeinsam in der InRegion die verschiedensten Maßnahmen ergreifen.“
Christian Eplinger

„Das Wasser läuft von oben nach unten. Die Folge: Unsere Stadt ist am Sonntag abgesoffen. Meine Gummistiefel sind heute noch immer nass“, sagte SP-Bürgermeister Josef Leitner in der Wieselburger Gemeinderatssitzung vergangene Woche.

Der Starkregen am Sonntag, 21. Juni, hat große Schäden in der Stadtgemeinde verursacht. Das Gesamtausmaß lässt sich derzeit noch nicht abschätzen. Eine Schadenskommission war bereits unterwegs. Weitere sollen folgen.

„Einige Eigenheime werden mehrere Monate nicht beziehbar sein. Die Bausubstanzen vieler Häuser sind schwer beschädigt. Auch manche Wirtschaftsbetriebe hat es ganz hart erwischt. Zuerst Corona, dann das Hochwasser, das kann für manche existenzbedrohend sein. Jetzt ist wichtig, dass in solchen Härtefällen schnell von allen Seiten geholfen wird“, unterstreicht Leitner.

„Das Wasser läuft von oben nach unten. Unsere Stadt ist abgesoffen.“Bürgermeister Leitner

Doch nicht nur die Hilfsmaßnahmen sind aktuell Thema in der Stadt, auch das Warum steht zur Diskussion. Natürlich steht auf der einen Seite die starke Gewitterzelle, die rund 85 Liter pro Quadratmeter innerhalb von nur vier Stunden über Wieselburg entladen hat. Aber es geht auch darum, wie man solche Ereignisse in Zukunft möglichst unterbinden oder in den Griff bekommen kann. Denn das Wasser sei vom gesamten Umland gekommen und habe sich seinen Weg über Felder und Äcker gebahnt.

„Das sind Fragen der Bewirtschaftung, Fruchtfolge, Drainagierung, Bewaldung und von Retentionsflächen“, sagt Leitner. Aus diesem Grund hat sich Josef Leitner schon mit den Bürgermeistern der InRegion kurzgeschlossen.

„Uns ist allen bewusst, dass eine einzelne Gemeinde dagegen machtlos ist. Da ist gemeinsames Handeln gefragt. Wir werden viele kleine und größere Maßnahmen brauchen, um so etwas zukünftig so weit wie möglich zu unterbinden – ganz vermeiden werden wir es vermutlich nie können. Dennoch ist wichtig, rasch in die Planungsphase zu kommen“, betont Leitner.

Wie wichtig bei diesen Fragen die Flächenentsiegelung sei, hätte der neue Öko-Parkplatz beim Bahnhof gezeigt. Dort ist das gesamte Wasser versickert.