Nachhaltig produzieren: ZKW geht neue Wege

Erstellt am 25. März 2022 | 11:50
Lesezeit: 3 Min
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Oliver Schubert, CEO der ZKW Group: „Wir untersuchen alle möglichen Potenziale der Kreislaufwirtschaft, um unser Ziel der CO2-neutralen Produktion bis 2025 zu erreichen.“ Foto: ZKW Group/ Roland Voraber
Foto: ZKW Group/Roland Voraber
ZKW entwickelt klimaneutrale Elektronik und Elektrik für schwedischen Elektrofahrzeughersteller Polestar.
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ZKW ist Partner des schwedischen Elektrofahrzeug-Herstellers Polestar. Gemeinsam haben sie das Projekt „Polestar 0“ ins Leben gerufen. Dessen Ziel ist, bis 2030 ein komplett klimaneutrales Automobil zu entwickeln und auf den Markt zu bringen.

„Polestar 0“ soll Emissionen aus Lieferkette eliminieren

Für das ambitionierte Projekt wird der Wieselburger Lichtsysteme-Spezialist Elektronik- und Elektrikkomponenten für Polestar entwickeln. Zudem stellt ZKW bis 2025 weltweit auf eine CO₂-neutrale Produktion um. Erreicht werden soll dieses Ziel mit Energieeinsparungen, Abfallvermeidung und die Umstellung auf Ökostrom.

„Im Rahmen des gemeinsamen Projekts untersuchen wir die Potenziale der Kreislaufwirtschaft, um zukünftig den ökologischen Fußabdruck unserer Produkte auf null zu senken. Daher verstärken wir die nachhaltige, umweltschonende Produktion. Bis 2038 sollen alle unsere Produkte klimaneutral gefertigt werden“, erklärt Oliver Schubert, CEO der ZKW Group.

Das Projekt „Polestar 0“ soll die Emissionen aus der Lieferkette komplett eliminieren und die Prozesse der Automobilfertigung nachhaltig verändern, anstatt CO₂-Emissionen auszugleichen.

Polestar hat sich zu diesem Ziel entschlossen, weil der Verkehrssektor der am schnellsten wachsende Verursacher von Treibhausgasen ist. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen erwartet, dass der Anteil des Verkehrs an den gesamten CO₂-Emissionen in Zukunft mehr als 30 Prozent betragen wird.

Recycling und neue biobasierte Materialien

Moderne Scheinwerfer bestehen aus vielen unterschiedlichen Komponenten, darunter verschiedene Kunststoffe und Elektronikbauteile. Für eine nachhaltige Produktion muss einerseits der Anteil von Kunststoffen reduziert werden, etwa durch den Einsatz von biobasierten oder recycelten Materialien.

Eine Analyse von ZKW hat ergeben, dass die Elektronik ein wesentlicher Treiber für klimaneutrale Scheinwerfer ist. Hier lassen sich bei Leiterplatten – etwa durch neue Materialien und Optimierung der Verfahrenstechnik –, aber auch durch die Umstellung auf CO₂-neutrale elektronische Komponenten und energieoptimierte Anlagen schädliche Emissionen vermeiden.

Um die Elektronik- und Elektrikkomponenten klimaneutral zu machen, sind nicht nur neue Materialien und Prozesstechnologien nötig. Auch das sogenannte „Carbon Capturing“ im Fertigungsprozess, die Vermeidung von Abfall sowie Recycling spielen eine Rolle. Sogar die Wiederverwendbarkeit reparierter Scheinwerfer ist denkbar.

„Wo sich Emissionen nicht vermeiden lassen, müssen Alternativen gefunden werden. So könnte man ein Steckergehäuse aus biogenen Rohstoffen fertigen, oder aber darauf verzichten, indem andere Verbindungsmethoden, zum Beispiel Direktsteckverbindungen oder Printkanten-Stecker, zum Einsatz kommen“, sagt Schubert.

Mit dem von der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft FFG geförderten Projekt „SusMat4CarLight“ forscht ZKW in Wieselburg zum Thema nachhaltige, rezyklierbare Werkstoffverbunde für zukünftige Autoscheinwerfer. Dabei soll die gesamte Lieferkette einbezogen und auf die Kompensation durch CO₂-Zertifikate verzichtet werden. Partner sind die Joanneum Research Forschungsgesellschaft, das Materials Institut für Oberflächentechnologien und Photonik sowie die Montanuniversität Leoben.

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