Neuer Standort für Jugendservice. Das Jusy ist in ein nahezu barrierefreies Lokal in der Passage am Hauptplatz übersiedelt.

Von Karin Maria Heigl. Erstellt am 27. Januar 2020 (06:21)
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Wohlfühlort ohne Barrieren: Jusy-Mitarbeiterin Margit Höfinger, Praktikantin Agnes Gschwandegger und die fachliche Leiterin Natalie Stöger-Reiter (von links) freuen sich über die neuen Jusy-Räumlichkeiten im Herzen von Wieselburg.
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„Altbewährtes im neuen Kleid“, freut sich die fachliche Leiterin des Jusy, Natalie Stöger-Reiter, über die neuen Räumlichkeiten. Außer dem Standort gebe es keine Veränderungen. Jusy Wieselburg hat sich in den vergangenen fünf Jahren gut etabliert und der Umzug wird daran nichts ändern. „Wir haben an den ersten Reaktionen schon gemerkt, dass es den Jugendlichen gefällt und das ist das Wichtigste – sie müssen sich hier wohlfühlen“.

Die Jugendlichen sind zwischen zwölf und 25 Jahre alt und finden beim Jugendservice die perfekte Anlaufstelle für alle möglichen Fragen und jugendrelevanten Themen. Mit der neuen, wahrscheinlich noch besseren Lage wird die Zahl derer, die die Beratung in Anspruch nehmen, vermutlich steigen. „Wir erwarten uns, dass mehr Leute zufällig vorbei kommen“, zeigt sich Stöger-Reiter optimistisch, „wir kennen das vom Jusy Waidhofen“.

„Wir erwarten uns, dass wir in Zukunft noch besser wahrgenommen werden und hier mehr Laufkundschaft haben werden.“ Natalie Stöger-Reiter, Fachliche Leiterin JUSY Wieselburg

Der niederschwellige Zugang zu Fachleuten, die bei sämtlichen, für Jugendliche relevanten, Fragen Rede und Antwort stehen, ist unter anderem der Stadtgemeinde Wieselburg zu verdanken. Schon beim Aufbau des Jusy vor fünf Jahren hatte sich der damalige Bürgermeister Günther Leichtfried für diese Einrichtung engagiert.

Seither unterstützt die Gemeinde mit Förderungen die Arbeit des Jusy. Gemeinnütziger Trägerverein ist das Jugendservice Ybbstal, das einen ehrenamtlichen Vorstand hat. Das Jusy-Team in Wieselburg besteht aus den drei hauptberuflichen Mitarbeiterinnen Natalie Stöger-Reiter, Margit Höfinger und Manuela Zimprich sowie Agnes Gschwandegger, die studiert und hier ihr Praktikum absolviert.

Alle zusammen sind sie die wichtigste Ressource in der Anlaufstelle für Jugendfragen. „Ich hab‘ ein Team, mit dem ich viel verwirklichen kann“, schwärmt die Leiterin. „Unsere Mitarbeiterinnen sind nicht nur bei der Gestaltung der Räume, sondern auch in der Beratung super kreativ.

In der Sozialarbeit gibt es viele Methoden, mit denen man Themen aufgreifen kann – von Gefühlsmonsterchen über Kartentricks bis hin zu aktivem Zuhören. Das erfordert Kreativität, unsere Mitarbeiterinnen sprudeln vor Ideen“, ist Stöger-Reiter begeistert.

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Das Hauptaugenmerk der Jugendarbeit liegt im Jusy in der Beratung. Jugendliche können mit allen Fragen kommen, es gibt nichts, was nicht ernst genommen wird. „Die Jugendlichen sollen nicht überlegen müssen, ob etwas da her passt oder nicht“, erklärt die Jusy-Leiterin, „wir sind wirklich für alle Fragen offen und bieten kompetente Beratung.“

Darüber hinaus veranstaltet das Jusy laufend Themenwochen und Workshops, die sehr gut angenommen werden. „Der Zustrom bei diesen von uns angebotenen Aktivitäten ist manchmal so groß, dass wir ihn nur mit Wartezeiten abdecken können“, erklärt Stöger-Reiter.

Die Workshops finden direkt im Jusy oder häufig auch an Schulen statt – richten sich aber immer an Schulklassen oder Jugendgruppen. Große Themen dabei sind psychische Gesundheit, Safer Internet, Berufs- und Bildungsberatung, Gruppendynamik.

„Hier bei uns in der Beratungsstelle nehmen wir uns natürlich auch um persönliche Fragen an“, ermutigt die Expertin, „und nicht nur Jugendliche, sondern auch Eltern sind willkommen, wenn sie gezielte Informationen brauchen – rund ein Viertel unserer Nutzer sind Erwachsene.“

Gerade in Zeiten des Internets sei es sehr wichtig, ausgewähltes und hochwertiges Informationsmaterial zur Verfügung zu stellen. Das Jusy ist auch eine Jugendberatungsstelle der Fachstelle für Suchtprävention. Alle Angebote im Jusy sind kostenlos, verschwiegen und anonym.

SP-Bürgermeister Josef Leitner schätzt die Arbeit des Jugendservice enorm und die Stadtgemeinde Wieselburg half auch beim Umzug, wo sie konnte. „Ich bin wirklich froh, dass wir für diese wichtige Einrichtung eine gute Location im Stadtzentrum gefunden haben – was ja in Wieselburg nicht so leicht ist“, betonte Bürgermeister Josef Leitner gegenüber der NÖN.

Wichtig für Wieselburg und die ganze Region

Die neuen Jusy-Räume sind nahezu barrierefrei, bieten eine angenehme Atmosphäre und optimale Arbeitsbedingungen. „Wir sind ein Bildungs- und Schulzentrum und damit auch ein Zentrum für Jugendliche. Aus diesem Grund ist es uns wichtig, dass es dieses Jugendservice gibt und, dass das Team vom Jusy unter besten Bedingungen arbeiten kann“, ist Leitner überzeugt.