ÖVP: Platzer legt alle seine Ämter zurück. Andreas Platzer tritt als ÖVP-Stadtparteiobmann, Stadtrat und Gemeinderat zurück. Werner Tazreiter soll ihm als ÖVP-Stadtrat folgen.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 10. Juli 2018 (04:51)
Eplinger/Archiv.
Andreas Platzer (li.) legte mit 1. Juli seine sämtlichen politischen Funktionen zurück.  Werner Tazreiter, bisher Prüfungsausschussobmann, soll Andreas Platzer als Stadtrat folgen.

Paukenschlag in der ÖVP-Stadtpartei Wieselburg. Andreas Platzer legte alle seine politischen Ämter zurück. „Der Hauptgrund ist die fehlende Zeit. Dazu kamen die jüngsten wirtschaftlichen Turbulenzen meines Unternehmens. Daher habe ich mich schweren Herzens zu diesem Schritt durchgerungen. Die Gemeindepolitik ist momentan für mich ad acta gelegt“, betont der 43-Jährige im Gespräch mit der NÖN, schließt aber eine Rückkehr in einigen Jahren nicht aus.

Andreas Platzer war zuletzt auch privat ins Schleudern gekommen. Sein Unternehmen „Plaras Wilde Schmankerl“, dem er gemeinsam mit Martin Rank als Geschäftsführer vorstand, musste Konkurs anmelden und wurde mittlerweile von Masseverwalter Christian Kies geschlossen. Am 17. Juli ist die erste Gläubigertagsatzung.

„Wir wollen als ÖVP-Team gestärkt aus dieser Situation herausgehen.“Werner Tazreiter, designierter Nachfolger von Platzer

Im November 2014 war Andreas Platzer noch mit großen Ambitionen als Stadtparteiobmann gestartet. Platzer übernahm das Amt von Günther Hütl, der zuvor 20 Jahre lang an der Spitze der Partei gestanden war. Bei den Gemeinderatswahlen 2015 musste die ÖVP dennoch einen kleinen Dämpfer hinnehmen. Man verlor ein Mandat und damit auch einen Stadtratssitz. Platzer verblieb als einziger ÖVP-Stadtrat mit dem Vorsitz im Ausschuss für Kultur und Zivilschutz.

Im Jänner 2016 sorgte Platzer dann mit dem Slogan „Wieselburg – Stadt und Land zusammen“ für Aufsehen. Mehr als 700 Unterschriften für eine Gemeindezusammenlegung sammelte die ÖVP Wieselburg und überreichte diese SPÖ-Bürgermeister Günther Leichtfried. Der reagierte darauf eher gegenteilig und betont seitdem bei jeder Gelegenheit die gute Kooperation der beiden Gemeinden aber auch wie wichtig es sei, eigenständig zu bleiben. Dennoch „grundsätzlich war die Zusammenarbeit in der Gemeinde und vor allem in meiner Fraktion sehr gut. Dafür möchte ich allen danken“, sagt Platzer.

Wie es in der ÖVP genau weitergeht, entscheiden die Gremien. Vorerst übernehmen die beiden Stellvertreter Werner Tazreiter und Anna Fuchssteiner die Parteiführung. Der 61-jährige Werner Tazreiter soll Platzer auch als Stadtrat folgen. Die ÖVP wird ihn dafür in der Gemeinderatssitzung diesen Mittwoch nominieren. Dafür muss er das Amt des Prüfungsausschussobmannes zurücklegen. „Anna und ich werden interimistisch tätig sein. Da es Sinn machen wird, uns jetzt auch gleich in Hinblick auf die Gemeinderatswahlen 2020 neu aufzustellen. Mal sehen, wie die Gremien entscheiden. Wir wollen jedenfalls als Team gestärkt aus dieser Situation herausgehen“, sagt Werner Tazreiter.

Das freie Gemeinderatsmandat soll Elisabeth Brunner (31) übernehmen. Sie ist die Nächstgereihte auf der ÖVP-Liste. Damit steht es künftig in der ÖVP-Gemeinderatsfraktion geschlechtermäßig drei zu drei.