Panasonic an ZKW interessiert? Unternehmen dementiert!. Der Autozulieferer ZKW mit Hauptsitz in Wieselburg (Bezirk Scheibbs) steht einem japanischen Medienbericht zufolge kurz vor der Übernahme durch den japanischen Elektronikkonzern Panasonic. Das Unternehmen dementiert!

Von Redaktion, APA und Christian Eplinger. Update am 05. Dezember 2016 (15:23)
NOEN, Guenther PARB

Der niederösterreichische Autozulieferer ZKW mit Hauptsitz in Wieselburg (Bezirk Scheibbs) steht einem japanischen Medienbericht zufolge kurz vor der Übernahme durch den japanischen Elektronikkonzern Panasonic. Als Kaufpreis für den Scheinwerfer-Spezialisten sei bis zu rund eine Milliarde Euro im Gespräch, berichtete die Zeitung "Nikkei" am Montag. Die Verhandlungen seien kurz vor dem Abschluss.

Eine Grundsatzvereinbarung sei noch in diesem Monat möglich. Panasonic erklärte lediglich, das Unternehmen äußere sich nicht zu einzelnen Transaktionen. Angesichts des harten Preiskampfes bei Smartphones und in der Unterhaltungselektronik konzentriert sich der Konzern seit einiger Zeit auf rentablere Produkte etwa für die Autoindustrie und die LED-Lichttechnik.

Auch der südkoreanische Rivale Samsung setzt inzwischen stärker auf Geschäfte mit der Autobranche. Im November kündigte er den 8 Mrd. Dollar (7,5 Mrd. Euro) schweren Kauf des US-amerikanischen Autoelektronik-Spezialisten Harman International Industries an.

ZKW dementiert

ZKW dementierte am Montag-Nachmittag Verhandlungen über einen Einstieg des japanischen Elektronikkonzerns. "Die in den Medien getätigten Aussagen über einen Verkauf unseres Unternehmens an Panasonic sind ein altes Gerücht. ZKW führt keine Verkaufsverhandlungen mit Panasonic oder anderen Interessenten", teilte das Unternehmen mit.

Eine namentlich nicht genannte Person hatte laut Reuters zuvor gesagt, "ZKW gehört zu einer Reihe von Geschäften, die von Panasonic in Betracht gezogen werden". Laut der japanischen Zeitung "Nikkei" seien als Kaufpreis für den Scheinwerfer-Spezialisten bis zu umgerechnet 938 Mio. Euro im Gespräch. 

Unternehmen erwartet Umsatzplus

Die ZKW-Gruppe hat 2015 rund 728 Mio. Euro Umsatz gemacht. Heuer wird ein Anstieg auf über 900 Mio. Euro erwartet. Der Konzern beschäftigt laut eigenen Angaben fast 7.500 Mitarbeiter, davon 2.600 in Wieselburg. Neben Standorten in Österreich in Wieselburg und Wiener Neustadt ist der Lichtsysteme-Hersteller in der Slowakei, in Tschechien, China, Indien, Mexiko und den USA vertreten. Eigenen Angaben zufolge gehört das Unternehmen zu den führenden Anbietern von Licht- und Scheinwerfersystemen für die Automobilindustrie. Auf der Kundenliste stehen große Automobilhersteller wie VW, BMW, Ford oder Daimler.

Karl Zizala gründete ZKW 1938 in Wien - aus den Initialen seines Namens in Verbindung mit dem "W" für die Bundeshauptstadt leitet sich der Markenname ab. 1954 wurde der Betrieb um das Scheinwerferwerk in Wieselburg erweitert. 1982 wurde das Unternehmen durch die Familie Mommert übernommen.

Angesichts des harten Preiskampfes bei Smartphones und in der Unterhaltungselektronik konzentriert sich Panasonic seit einiger Zeit auf rentablere Produkte etwa für die Autoindustrie und die LED-Lichttechnik. Auch der südkoreanische Rivale Samsung setzt inzwischen stärker auf Geschäfte mit der Autobranche. Im November kündigte er den acht Milliarden Dollar (7,52 Mrd. Euro) schweren Kauf des amerikanischen Autoelektronik-Spezialisten Harman International Industries an.