Umfahrung: Material war nicht an Brückeneinsturz Schuld. Auch bei Zwillingsbrücke „statische Defizite“.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 30. Juni 2020 (12:17)
Die Untersuchungskommission hat bei der Materialprüfung der eingestürzten Brücke keine Beanstandungen festgestellt.
Reiterer

Auch drei Wochen nach dem Einsturz der noch nicht für den Verkehr freigegeben Wirtschaftswegbrücke sind die genauen Ursachen für den Einsturz noch unbekannt. Als erstes Zwischenergebnis berichtete die externe und unabhängige Untersuchungskommission von einem Statik-Problem des Bauwerks - die NÖN berichtete:

Mittlerweile haben auch die Materialprüfungen stattgefunden. „Die haben keine Beanstandungen gezeigt. Beim Beton, der Bewehrung und dem Betonierkonzept ist alles in Ordnung“, erklärt Gerhard Fichtinger, Pressereferent des NÖ Straßendienstes auf NÖN-Anfrage. Weitere Untersuchungen durch die Kommission finden im Rahmen der derzeit in Arbeit befindlichen Sicherungs- und Abbrucharbeiten statt.

Die Kommission nahm auch die zweite baugleiche Brücke genau unter die Lupe. Und diese weist ebenfalls statische Defizite auf, weshalb sie für den Baustellenverkehr gesperrt bleibt. „Ein Sanierungskonzept ist in Ausarbeitung. Die Brücke kann jedoch normgemäß adaptiert werden“, bestätigt Fichtinger. Grünes Licht von der Kommission gibt es indes für alle anderen Brücken an der neuen Umfahrung Wieselburg. Diese weisen keine Mängel auf.

Die Arbeiten an der Umfahrung laufen indes weiter. Mit einer Verkehrsfreigabe ist aber nicht wie geplant im Herbst sondern frühestens im Frühjahr 2021 zu rechnen. Wieselburgs Bürgermeister Josef Leitner nimmts gelassen: „Wir haben jetzt so lange auf die Umfahrung gewartet, da kommt es auf ein paar Monate auf oder ab auch nicht mehr an. Wichtig ist nur, dass alles wirklich sicher ist und künftig keiner etwas zu befürchten hat, egal ober er auf der Umfahrung oder unten durch fährt oder geht.“