Raumplanung: Nicht jeder braucht alles selbst

Die vier Gemeinden in der InRegion koordinieren ihre raumplanerische Entwicklung für die Zukunft.

Erstellt am 07. Oktober 2021 | 13:12
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Der Audimax A-Hörsaal, des Fachhochschul-Campus Wieselburg, bildete am Mittwoch der Vorwoche den ungewohnten Rahmen für die jüngste Sitzung des Wieselburger Gemeinderates unter dem Vorsitz von Bürgermeister Josef Leitner (SPÖ, rechts). Die Beschlüsse erfolgten übrigens allesamt einstimmig. 
Foto: Christian Eplinger

Spätestens die Starkregen-Ereignisse und damit die Hangwasserprobleme der vergangenen beiden Jahren haben es gezeigt, wie sehr die Entwicklung einer Gemeinde auch von der Nachbargemeinde abhängig ist. Das, die Umfahrung Wieselburg und der Wunsch des Landes nach regionalen Leitplanungen haben die vier InRegion-Gemeinden Wieselburg, Wieselburg-Land, Petzenkirchen und Bergland zu einem gemeinsamen raumplanerischen Entwicklungsprojekt bewogen, dessen Vorgangsweise der Wieselburger Gemeinderat am Mittwoch der Vorwoche einstimmig beschloss.

„Wir wollen damit in der Region Pflöcke einschlagen, um die Entwicklung sinnvoll, aber vor allem unter der Prämisse des besten Schutzes der Bevölkerung voranzutreiben. Nicht jede Gemeinde braucht alles. Der Gesamtkontext zählt“, erklärte SPÖ-Bürgermeister Josef Leitner und erntete dafür auch Lob von ÖVP-Gemeinderat Helmut Brandl: „Bravo, ein sehr sinnvoller Schritt!“

Dieses raumplanerische Entwicklungskonzept, das nun von allen vier Gemeinden beschlossen werden muss (in Bergland schon geschehen), enthält unter anderem:
den Naturraum Große und Kleine Erlauf: Die Gemeinden wollen den Zugang öffnen, wo es möglich ist.

Das Radwegkonzept: Ziel ist eine Durchwegung der vier Gemeinden für den Radtourismus, aber vor allem auch für das Alltagsradeln.
Wohnland-Reserven nutzen: So soll aufgrund der Hangwassergefahr im Bereich Krügling kein Bauland mehr gewidmet beziehungsweise auch redimensioniert werden. In Dürnbach könnte das Bauland in „überschaubarer Größe“ noch erweitert werden. In der Manker Straße oder am Schulberg sollen Wohnbau-Ressourcen für Ein- oder Zweifamilienhäuser noch genutzt werden. „Ansonsten sind die Wohnbau-Ressourcen in der Stadtgemeinde enden wollend“, weiß Leitner.

Sinnvolle Betriebsansiedelungen: Im Bereich Zeiselgraben gibt es noch Reserven auch am Gemeindegebiet von Bergland und Petzenkirchen, sofern die Hangwasserproblematik nicht dagegen spricht. Eine entsprechende Studie soll Ende Oktober vorliegen. Das vorhandene Betriebsgebiet Rottenhaus mache nur dann Sinn, wenn eine zusätzlich Auf- und Abfahrt bei der Umfahrung kommt. Keine Rollen mehr in den Überlegungen spielen die angedachten Betriebsgebiete Teichweg und Abfahrt Manker Straße. „Diese werden nicht kommen“, versichert Leitner.