Schwerverkehr: Leitner-Alleingang wirbelte Staub auf . „Vorpreschen“ von Bürgermeister Leitner vor Abstimmungsgesprächen sorgte für Unruhe.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 23. September 2020 (12:15)
Insgesamt 277 Lkw fuhren am Montag, 7. September, zwischen 4 Uhr früh und 22 Uhr abends durch die Grestner Straße in Wieselburg – 132 in Richtung Steinakirchen, 145 in Richtung Wieselburg.
Eplinger

Am Montag, 7. September, führte die Stadtgemeinde Wieselburg mithilfe von Freiwilligen eine Lkw-Zählung im Bereich Grestner Straße und Anbindung an das Kleine Erlauftal durch. SP-Bürgermeister Josef Leitner wollte damit Daten als Basis für eine Diskussion über mögliche Entlastungseffekte für die Grestner Straße. Vor allem der viele Schwerverkehr ist ihm dort ein Dorn im Auge.

Diese Zahlen liegen nun einmal am Tisch. In Summe fuhren an diesem Montag 277 Lkw zwischen 4 Uhr früh und 22 Uhr abends in der Grestner Straße am Zählpunkt Wieselburger Rathaus vorbei.

Tagsüber im Schnitt 22 Lkw pro Stunde

Tagsüber (von 7 bis 16 Uhr) waren es im Schnitt rund 22 Lkw pro Stunde, wobei es sowohl Fahrtrichtung ins Kleine Erlauftal (132) als auch vom Kleinen Erlauftal (145) annähernd gleich gewesen ist. Der stärkste Verursacher des Lkw-Verkehrs in der Grestner Straße sind die Betriebsgebiete in Zarnsdorf. Dorthin fahren 50 Prozent der in die Grestner Straße einfahrenden Lkw und von dort kommen 43 Prozent der nach Richtung Wieselburg fahrenden Lkw.

Bürgermeister Josef Leitner wollte diese Zahlen nun nicht mehr kommentieren, nachdem er mit seinem Vorpreschen in der NÖN unmittelbar bei der Zählung noch vor den schon länger geplanten Abstimmungsgesprächen mit den Nachbarbürgermeistern für einige Unruhe gesorgt hatte. „Die Gespräche auf Bürgermeisterebene und mit der Bezirksbehörde laufen“, hielt sich Leitner nun bedeckt.

Nicht gerade glücklich mit dem Alleingang des Wieselburger Bürgermeisters in der NÖN war auch Bezirkshauptmann Johann Seper, der hier als Verkehrsbehörde zuständig ist. Er hatte schon im Juli eine Bürgermeisterrunde für September einberufen, in der neben dem Wieselburger Bürgermeister auch die Bürgermeister des Kleinen Erlauftals und der Purgstaller Ortschef teilnahmen.

Es sei Fakt, dass die Umfahrung Wieselburg eine Entlastung des Durchzugsverkehrs von Norden nach Süden bringen werde. Wie sie sich auf den Verkehr Richtung Kleines Erlauftal auswirken werde, könne man jetzt noch nicht abschätzen. „Aber eine echte Entlastung für das Kleine Erlauftal ist im UVP-Verfahren nie mitverhandelt worden“, weiß Seper.

Nichtsdestotrotz will er sich im Rahmen des Rechtlichen um eine für alle Seiten umsetzbare Lösung bemühen. Als nächsten Schritt sind offizielle Verkehrszählungen im Hinblick auf die Schwerverkehrssituation vor und nach der Verkehrsfreigabe der Umfahrung Wieselburg angedacht und daraus die Schlüsse ziehen.

„Wir bewegen uns hier sicher in einem Spannungsfeld zwischen dicht besiedeltem Wohngebiet und Wirtschaftsraum im Hinterland. Aber wir dürfen Probleme nicht einfach aus einer Gemeinde in eine andere verlagern“, sagt Seper.