SPÖ zu Kinderbetreuung: „Angebot muss leistbar sein“

Erstellt am 18. August 2022 | 19:20
Lesezeit: 3 Min
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Bürgermeister Josef Leitner, Bezirksvorsitzender Andreas Danner, Nationalratsabgeordneter Alois Schroll und Landesparteivorsitzender Franz Schnabl tauschten sich über das KinderPROgramm der SPÖ NÖ aus.
Foto: Claudia Christ
SPÖ lud zum Pressefrühstück, um Lösungen für Kinderbetreuung vorzustellen. Wieselburg als Vorbild.
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Im Zuge seiner fünften Bezirkstour machte LH-Stellvertreter und SPÖ-Landesparteivorsitzender Franz Schnabl in Wieselburg halt, wo er bei einem Pressefrühstück gemeinsam mit Bezirksvorsitzenden Andreas Danner, Bürgermeister Josef Leitner und Nationratsabgeordnetem Alois Schroll über aktuelle Themen berichtete.

Hauptaugenmerk wurde dabei auf die Kinderbetreuung gelegt. Mit dem „3Gs“-Programm – ganzjährig, ganztägig und gratis – will man eine bestmögliche Ausgangssituation für die Familien schaffen. So sollen Schließtage der elementarpädagogischen Einrichtungen so reduziert werden, dass eine Vereinbarkeit mit den Urlaubstagen der Eltern möglich sein kann. Auch eine kostenlose Nachmittagsbetreuung soll ermöglicht werden. „Vier von fünf Müttern, deren Kinder eine Kleinkindbetreuungseinrichtung besuchen, sind berufstätig. Bei Kindergartenkindern sind es zwei von drei Müttern in NÖ. Tendenz steigend“, sagt Schnabl.

Betreuungsquote im Bezirk ist unterdurchschnittlich

Die Betreuungsquote der unter 3-Jährigen lag im Jahr 2020 im Bezirk Scheibbs bei rund 20 Prozent. Dieser Wert entspricht nicht der EU-Zielvorgabe von 33 Prozent und ist somit unterdurchschnittlich in Niederösterreich. Nur 1 Prozent der Kindergärten im Bezirk erfüllte 2020 die Kriterien im Vereinbarkeitsindex von Familie und Beruf (VIF) der Arbeiterkammer. Laut AK-Elternbefragung geben dennoch 17 Prozent der Eltern von Kleinkindern an, ungedeckten Bedarf an Kleinkindbetreuung zu haben. Hier besteht ein Bedarf, aber kein passendes Angebot. Der Anteil der Kinder, die im Kindergarten Mittagessen einnehmen (15 Prozent), ist im Bezirk Scheibbs auch niedriger als im Durchschnitt.

„Als großes Vorbild sehen wir die Stadtgemeinde Wieselburg, die den Kinderbetreuungsbereich mit Bürgermeister Josef Leitner von Kleinkindergruppe bis zum Schulalter umsichtig ausgebaut hat“, betont Schnabl. „Familien sind auf ein funktionierendes, flexibles und leistbares Betreuungsangebot ihrer Kinder angewiesen. Diesen Bedarf versuchen wir bestmöglich zu decken“, so Bürgermeister Leitner. Neben den Kindergärten gibt es die Kleinkinderbetreuung der Volkshilfe im Kinderhaus. Außerdem in der Volksschule die Regelklassen und Mehrstufenklassen kombinierbar mit Nachmittagsbetreuung sowie Ganztagesklassen mit verschränktem Unterricht. Und die Stadt bietet abseits des normalen Schulbetriebs gleich mehrere attraktive Pakete wie beispielsweise ein kostenloses Lernservice“, erklärt Leitner.

Und Bezirksvorsitzender Andreas Danner bekräftigt: „Der Ausbau von Leistungen muss vom Land oder Bund bezahlt werden. Die Gemeinden dürfen hier nicht auf den Kosten für diese wertvolle Arbeit alleine sitzen bleiben.“

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