Klaus Lercher: Vom Manager zum Eigentümer

Erstellt am 11. April 2018 | 05:00
Lesezeit: 3 Min
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Nächster Karriereschritt für den Wieselburger Klaus Lercher.
Foto: Trenkwalder/Archiv
Der 47-jährige Wieselburger Klaus Lercher, langjähriger Geschäftsführer und CEO der Firma Trenkwalder, übernimmt 51 Prozent des Personaldienstleisters TTI.
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„Es ist wie ein Lotto 6er – wenn so ein Angebot am Markt daherkommt und alle Seiten es wollen, kann man einfach nicht Nein sagen“, betonte Klaus Lercher am Sonntagabend im NÖN-Gespräch – wenige Stunden bevor er am Montagmorgen seinen neuen Job als Hauptgesellschafter und Geschäftsführer von TTI Personaldienstleistung in St. Florian angetreten hat.

2000 im Unternehmen begonnen

Der 47-jährige zweifache Familienvater aus Wieselburg ist mit einem Anteil von 51 Prozent neuer Hauptgesellschafter und Geschäftsführer der TTI Personaldienstleistung. Lercher kennt alle Facetten der Branche. 2000 hat Lercher als Zeitarbeitskraft bei Trenkwalder begonnen. Schon bald übernahm er die Filialleitung in Amstetten und 2005 schließlich die Landesleitung.

Seit 2007 war Lercher Geschäftsführer von Trenkwalder Österreich und seit 2016 auch CEO von Trenkwalder Deutschland. Mit seinem Abschied aus der Trenkwalder-Führungsetage im August 2017 wollte Lercher der Branche eigentlich den Rücken kehren. Aber im Jänner kam Lercher dann mit TTI-Gründer Johann Höfler in Kontakt. „Das war Fügung“, ist Lercher überzeugt.

„Bin gekommen, um zu bleiben.“Klaus Lercher

Denn Höfler war gemeinsam mit der Invest AG, der Beteiligungsgesellschaft der Raiffeisenbankengruppe Oberösterreich, auf der Suche nach einem Nachfolger für sein 1989 gegründetes Familienunternehmen. Bereits im September 2017 wurde dafür eine Holding gegründet. Die Invest AG und der OÖ Beteiligungsfonds erwarben 90 Prozent der Unternehmensanteile.

Jetzt übernimmt Klaus Lercher 51 Prozent der Unternehmensanteile. 39 Prozent bleiben im Besitz der Invest AG und des OÖ Beteiligungsfonds, zehn Prozent bei Johann Höfler.

Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. „Es ist eine erhebliche Summe, aber ich weiß, worauf ich mich einlasse und kenne die Branche und den Markt. Immerhin habe ich zuletzt als CEO von Trenkwalder Österreich und Deutschland einen Gesamtumsatz von 400 Millionen Euro gemanagt“, gibt sich Lercher, der seit 2012 aus Präsident des Verbandes Österreichischer Personaldienstleister ist, zuversichtlich.

Österreichische Lösung mit „Branchenprofi“

„Das ist eine ideale Unternehmensnachfolge, wenn sich die Nachfolge aus der Familie nicht ergibt. Wir haben einen Branchenprofi als Gesellschafter und Geschäftsführer und die TTI bleibt damit in österreichischer Hand und unternehmergeführt. Das garantiert Kontinuität“, freut sich auch Invest AG-Vorstand Andreas Szigmund.

Aktuell beschäftigt die TTI rund 750 Mitarbeiter und erwirtschaftete zuletzt einen Umsatz von 160 Millionen Euro. Damit rangiert die TTI hinter Trenkwalder (260 Millionen Euro Jahresumsatz) und der I.K. Hofmann GmbH (200 Millionen Euro) auf Position drei am österreichischen Personaldienstleister-Markt. In Niederösterreich gehören unter anderem die Filialen von Job Experts in Amstetten oder Donau Personal in Krems zur TTI Gruppe.

„Wir wollen die Marktposition der TTI in Österreich und Deutschland mit Kontinuität nachhaltig ausbauen. Dabei wollen wir Digitalisierung auch in der Personaldienstleistungsbranche markant forcieren und uns gezielt in Segmenten positionieren, in denen wir heute noch nicht oder nur gering tätig sind“, sagt Lercher. Und: „Ich bin gekommen, um zu bleiben.“

Denn für ihn sei dieser Schritt vom Manager zum Eigentümer der logische nächste Step in seiner Laufbahn gewesen – nicht schlecht für einen gelernten Spengler und Installateur.

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