Gerangel mit Folgen: 30-Jähriger vor Gericht. Auseinandersetzung zwischen Asylanten in Wieselburg (Bezirk Scheibbs) soll mit Schlag auf Kopf mit Bierflasche geendet haben. Freispruch.

Von Melanie Baumgartner. Erstellt am 14. Februar 2020 (04:41)
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Wegen schwerer Körperverletzung muss sich ein 30-jähriger Asylwerber jetzt vor dem Richter verantworten. Der Afghane ist beschuldigt, einen zweiten im Zuge einer Auseinandersetzung durch einen Schlag mit einer vollen Bierdose am Kopf verletzt zu haben. Außerdem soll er versucht haben, seinem Kontrahenten das Ohr abzuschneiden.

„Das habe ich nie versucht“, beteuert der Angeklagte, dessen Aussagen von einem Dolmetscher übersetzt werden müssen, bei der Verhandlung am Landesgericht in St. Pölten. „Er hat mich wegen meiner Religion beschimpft. Ich bin aufgestanden und wollte ihm einen Faustschlag geben“, setzt er fort.

Die Auseinandersetzung hat im Juni des vergangenen Jahres am Ufer der Ybbs in Ybbs an der Donau stattgefunden. Die Asylanten trafen sich dort, um schwimmen zu gehen.

Nachdem der Angeklagte beschimpft worden ist, sind die beiden Kontrahenten aufeinander losgegangen, woraufhin beide zu Sturz gekommen sind. Keiner habe den anderen geschlagen, so der 30-Jährige.

War es eine Flasche oder eine Dose?

Eine Bierflasche – oder Dose wie in der Anklageschrift steht – war laut dem angeklagten Afghanen keine im Spiel. Sein Kontrahent, der als Zeuge geladen ist, widerspricht dem allerdings. „Er (Anm. der Angeklagte) hat mir eine Bierflasche auf den Kopf geschlagen. Mit dem zerbrochenen Flaschenhals hat er versucht, mir in den Bauch zu stechen“, so der Zeuge.

Von dem Schlag solle er eine Schnittwunde am Kopf erlitten haben. „Zeigen Sie mir die Narbe“, fordert der Richter auf, der bei genauerer Betrachtung nichts entdecken kann. Außerdem offenbart der Kontrahent, dass es einen Unfallbericht aus dem Krankenhaus Scheibbs gibt.

Dieser konnte im Laufe der Verhandlung eingeholt werden. „Dies bestätigt zwar die Verletzungen, diese können aber auch bei Stürzen passiert sein“, so der Richter.

Wegen gewissen Unterlassungen des Sachverhalts, wie der Abwesenheit eines Dolmetschers bei der polizeilichen Einvernahme, wird der Afghane freigesprochen. Als wahrscheinlichsten Sachverhalt nennt der Richter ein Gerangel, bei dem es zu Stürzen und folglich zu Verletzungen gekommen ist.