Josef Kowar wird neuer Dompfarrer. Der Wieselburger Pfarrer Josef Kowar wird neuer Dompfarrer in St. Pölten. Daniel Kostrzycki aus Neumarkt übernimmt Pfarre Wieselburg.

Von Karin Maria Heigl, Thomas Werth und Karin Katona. Erstellt am 14. Mai 2019 (08:01)
Karin Maria Heigl, privat, Karin Katona
Der Wieselburger Pfarrer Josef Kowar wird neuer Dompfarrer in St. Pölten.

Josef Kowar verlässt mit 1. September die Pfarre Wieselburg. Diese Nachricht verbreitete sich in der Vorwoche wie ein Lauffeuer und viele Menschen aus der Pfarre waren regelrecht geschockt. Im ersten Moment konnten es viele Pfarrmitglieder gar nicht glauben.

Auch für den Pfarrer selbst kam die Entscheidung trotz einiger Vorgespräche mit dem Generalvikar sehr überraschend, denn der 54-Jährige hatte sich im Vorfeld eigentlich dagegen ausgesprochen:

„Ich dachte, ich hätte gute Argumente vorgebracht, die dagegen sprechen. Deshalb habe ich wirklich nicht damit gerechnet, dass ich in die Dompfarre St. Pölten wechseln soll. Ausschlagegebend war sicher die Hartnäckigkeit, mit der mich der Generalvikar gebeten hat, die Dompfarre zu übernehmen. So habe ich schließlich zugesagt, auch im Bewusstsein dessen, was ich bei der Weihe versprochen habe, und im Vertrauen auf Gottes Führung und seinen Beistand“, erklärte Josef Kowar im persönlichen Gespräch gegenüber der NÖN.

„Ich freue mich, das Josef Kowar Mitverantwortung tragen wird, neue Wege der Seelsorge in unserer aufblühenden Domstadt St. Pölten zu gehen.“Bischof Alois Schwarz

Dass der Aufstieg zum Dompfarrer auch ein Karrieresprung ist, das ist für Kowar nicht von Bedeutung. Er versichert sehr glaubhaft, dass er sich immer als einfacher Priester gesehen habe und nie darauf Wert gelegt habe, Karriere zu machen. „Ich bin anfangs ehrlich erschrocken und es wäre verfrüht, zu sagen, dass ich mich auf diese Herausforderung freue, aber es gibt doch auch viele Aspekte, die mich zuversichtlich stimmen“, erklärt Kowar ganz offen.

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Dompfarrer Norbert Burmettler (70) geht mit 1. September in Pension.

Er freue sich auf ein reges musikalisches Leben in der Dompfarre – mit dem großen Domchor und der dortigen Kantorei. „Dazu kommt, dass meine Aufgaben in St. Pölten viel mehr in jenen Kernbereichen liegen werden, für die ich ausgebildet bin, und die meinen Fähigkeiten und Begabungen entsprechen“, ist sich Kowar sicher. Die Dompfarre soll in puncto Liturgiefeier für die gesamte Diözese ein Vorbild sein. Dass man ihm das zutraut und ihn so eindringlich darum bittet, diese zu leiten, sieht Pfarrer Kowar natürlich auch als große Ehre.

„Deshalb folge ich diesem Ruf nach St. Pölten, auch wenn es mir auf der anderen Seite leid tut, Wieselburg nach vier Jahren zu verlassen“, gibt er zu.

Diözesan-Bischof Alois Schwarz freut sich, „dass Josef Kowar Mitverantwortung tragen wird, neue Wege der Seelsorge in unserer aufblühenden Domstadt St. Pölten zu gehen“.

Burmettler kehrt nach Gaming-Lunz zurück

Und der Bischof ist auch glücklich darüber, dass der jetzige Dompfarrer Norbert Burmettler, der heuer seinen 70. Geburtstag gefeiert hat und mit 1. September in Pension gehen wird, weiterhin seelsorgerische Tätigkeiten in der Diözese übernehmen wird. Burmettler möchte nämlich dem Pfarrverband Gaming-Lunz-Lackenhof seine priesterlichen Dienste anbieten, wo er bereits vor seiner 13-jährigen Zeit als Dompfarrer gewirkt hat.

„Ich besitze schon seit einiger Zeit gemeinsam mit meiner Haushälterin eine Wohnung in Lunz. Die Pension bedeutet für mich auch, dass ich ,frei‘ bin für andere seelsorgerische Dienste“, blickt Burmettler in die Zukunft. Seine Abschiedsmesse im St. Pöltner Dom feiert er am 30. Juni. „Im Juli und August bin ich noch für die Dompfarre zuständig“, betont Burmettler.

Dechant, FF-Kurat & Nationalteamspieler

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Dechant Daniel Kostrzycki wechselt von Neumarkt nach Wieselburg.

Während Kowar dem Ruf in die Landeshauptstadt folgt, wird seine Stelle in Wieselburg der derzeitige Pfarrer aus Neumarkt und St. Martin Daniel Kostrzycki übernehmen. Kostrzycki befindet sich derzeit zwar im Ausland, bestätigt aber gegenüber der NÖN: „Es stimmt, ich werde ab September Pfarrer in Wieselburg.“ Der 41-jährige gebürtige Pole wurde 2007 im St. Pöltner Dom zum Priester geweiht, danach arbeitete er als Kaplan in der Pfarre Krems-St. Paul. 2009 wechselte Kostrzycki nach Neumarkt und St. Martin, wo er nach einem Jahr vom Moderator zum Pfarrer aufstieg.

Am 1. März 2015 übernahm Kostrzycki vom damaligen Wieselburger Pfarrer Franz Dammerer auch das Amt des Dechants im Dekant Ybbs, dem im Scheibbser Bezirk die Pfarren Wieselburg und Steinakirchen angehören.

In der Gemeinde ist der 41-Jährige tief verankert. So ist er seit 2013 aktives Mitglied der Feuerwehr St. Martin und seit 2016 Melker Bezirks-Feuerwehrkurat. Daneben ist Kostrzycki auch Mitglied der Priester-Nationalelf, die zuletzt bei der Europameisterschaft in Montenegro den elften Platz holte.

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Der Purgstaller Kaplan Stefan übernimmt Neumarkt und St. Martin.

Ein Wechsel steht auch der Pfarrfamilie in Purgstall bevor: Ab 1. September übernimmt Kaplan Stefan aus der indischen Diözese Kerala nach dreijähriger Ausbildungszeit die Pfarren Neumarkt und St. Martin:

„Ich freue mich auch auf die Herausforderung, eine eigene Pfarre zu leiten. Ich werde in St. Martin wohnen, wo auch der ehemalige Priester der Pfarre, Johann Streisselberger, lebt. Er wird mir in der ersten Zeit eine große Hilfe sein.“ Aus Purgstall scheidet der 38-jährige Geistliche mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Ich bin natürlich auch ein wenig traurig, habe hier drei sehr schöne Jahre verbracht und viele Verbindungen geknüpft. Aber ich bleibe ja in der Nähe – und auch meine drei indischen Kollegen aus Kerala sind Priester in Oberndorf, Randegg und Ferschnitz.“