Stadttheater: Shakespeare einmal anders. Klara Steinhauser inszeniert mit 15 Schauspielbegeisterten die Komödie „Ein Sommernachtstraum“. Premiere ist am 23. September im Schloss Weinzierl.

Von Karin Maria Heigl. Erstellt am 15. September 2016 (05:00)
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Samstagabend in der Musikschule. Geschäftiges Treiben – die einen sortieren noch schnell Kostüme, während andere sich schon einsingen oder noch an irgendwelchen Requisiten basteln. In wenigen Minuten beginnt die Probenarbeit. Unter der Regie der ausgebildeten Schauspielerin Klara Steinhauser arbeiten die bunt zusammengewürfelten Mitglieder des Wieselburger Stadttheaters an ihrer Inszenierung von William Shakespeares „Sommernachtstraum“. Und eines wird schnell klar: Hier sind viel Kreativität und Spontanität im Spiel.

"Ein Jahr Zeit investiert, um Shakespeare zu knacken"

Die von Klara Steinhauser erarbeitete Version des klassischen Bühnenstücks wird zurecht als „frei nach Shakespeare“ angekündigt. Was hier gespielt wird, ist eine moderne, leichte Version – in der so manche aktuelle Pointe vorkommt. Alles andere als altmodisch oder gar langweilig.

Trotzdem wird die zentrale Botschaft dieses ehrwürdigen Stücks auf den Punkt gebracht. „Diese 15 Schauspielbegeisterten haben ein Jahr lang ihre freie Zeit investiert, um diesen Shakespeare zu knacken. Und sie haben es geschafft!“, freut sich Regisseurin Klara Steinhauser. Ihre Inszenierung vergleicht sie mit einem Gemälde von Gustav Klimt: „Das Stück kommt harmonisch, verspielt und leichtfüßig auf die Bühne. Ich kann unserem Publikum einen lustigen und berührenden Theaterabend garantieren – mit einer großen Portion Talent und musikalischen Überraschungen.“

"Klassiker, aber sehr verworren"

Die Komödie aus dem 16. Jahrhundert ist sowohl sprachlich als auch inhaltlich eine Herausforderung. KulturErleben-Obmann Hannes Distelberger fand das Stück anfangs gewöhnungsbedürftig: „Der Sommernachtstraum ist ein absoluter Klassiker der Weltliteratur, aber es ist doch eine sehr verworrene Geschichte, die schon sehr alt ist und ich konnte mit den Dialogen anfangs wenig anfangen“, gibt Distelberger zu. Er spielt beim Wieselburger Stadttheater auch selbst mit und ist mittlerweile ganz begeistert: „Es ist faszinierend, wie zeitgemäß und leicht mir diese Komödie jetzt vorkommt. Klara Steinhauser hat großartige Arbeit geleistet und ich freue mich jetzt schon sehr auf die Aufführungen.“

Im Mittelpunkt des Verwirrspiels um die Liebe stehen Demetrius und Lysander sowie Hermia und Helena. Das Stück spielt in Athen und den umliegenden Wäldern. In einer fantastischen Traumwelt beeinflussen der Elfenkönig Oberon und dessen Diener Puck die Geschicke der Menschen. Oberon selbst liegt im Zwist mit seiner Frau Titania.

„Gut gebrüllt, Löwe!“

Um sie gefügig zu machen, will er sie mit einem Liebesbann belegen. Mithilfe einer Liebesblume wird die Elfenkönigin Titania dazu gebracht, sich blind in den Tischler Zettel zu verlieben. Diesem wiederum hat Oberons Gehilfe Puck einen Eselskopf gezaubert. Nach dem der Elfenkönig seiner Frau auf diese Weise eine Lektion erteilt hat, lösen er und Puck sämtliche Verwirrungen und Verwandlungen auf und es wird Hochzeit gefeiert. Einer der bekanntesten Aussprüche des Stücks ist „Gut gebrüllt, Löwe!“