Studentin erforscht Energieversorgung am Mount Everest. 26-jährige Wieselburger FH-Studentin erforscht Energieversorgung am Mount Everest.

Von NÖN Redaktion. Erstellt am 18. April 2019 (05:00)
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Masterstudentin Claudia Lausegger vom FH-Campus Wieselburg untersucht die Energieversorgung auf dem Gebiet des Mount Everest.

Für Claudia Lausegger, Studentin im Master-Studiengang „Regenerative Energiesysteme & technisches Energiemanagement“ am Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt, steht die berühmte und viel benutzte Route von Lukla bis zum Base Camp des Mount Everest sieben Wochen lang im Mittelpunkt ihrer Forschung.

Sie untersucht, wie sich Bergsteiger und Unterkünfte auf dieser Strecke in das 5.200 Meter hoch gelegene Basislager mit Energie versorgen. „Es geht um die Energie, die beim Heizen, Kochen und für die Aufbereitung von Warmwasser verbraucht wird“, beschreibt Lausegger ihr Studienobjekt. Dafür untersucht sie die Anlagen, Stromnetze und Transportwege für die benötigten Energieträger.

„Spätestens dann wird mir immer bewusst, was es heißt, einen Wasserhahn aufdrehen zu können.“Claudia Lausegger

Erste Erkenntnisse zeigen Unterschiede, die von der Seehöhe und der Entfernung zum bewohnten Gebiet abhängen. So wird ab 4.000 Metern über dem Meeresspiegel mit getrocknetem Yak-Kot geheizt. Fürs Kochen werden ausschließlich fossile Brennstoffe wie Gas und Benzin verwendet.

Da Nepal nicht auf eigene Gas- und Ölvorkommen zurückgreifen kann, muss der aus Indien importierte Bedarf in einem ersten Schritt zum Taksindu-Pass befördert werden. Von dort aus transportieren Esel, Yaks oder einheimische Träger das Brennmaterial über hunderte Kilometer durch unwegsames Gelände bis in die Lodges und zum Base Camp.

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Deshalb möchte Lausegger, die ihr Bachelor Studium „Industrie Design“ in Berlin absolviert hat, im zweiten Teil ihrer Masterarbeit Ideen erarbeiten, mit denen eine nachhaltigere Energiebereitstellung für Trekker und Hüttenbesitzer realisiert werden kann. „Es gibt eine Vielzahl an technischen Möglichkeiten, um die Energieversorgung klimafreundlicher und bequemer für die Menschen in entlegenen Regionen zu machen. Solarenergie und Wasserkraft sind zum Beispiel auch in großen Höhenlagen möglich. Auch kleine Biogasanlagen und Windkraftanlagen sind denkbar“, erläutert Lausegger.

Dass ihre Forschungsreise auch ein faszinierendes Erlebnis ist, liegt auf der Hand. „Es ist spannend, die täglichen logistischen Herausforderungen der Energiebereitstellung mitten im Himalaya-Gebirge zu beobachten“, schwärmt die Master-Studentin. Allerdings ist es nicht weniger herausfordernd, bei 5.000 Meter Seehöhe einen klaren Verstand zu bewahren, bei extremen Minusgraden zu schlafen und auf fließendes Wasser zu verzichten, berichtet die 26-jährige Kärtnerin (Ferlach). „Spätestens dann wird mir immer bewusst, was es heißt, einen Wasserhahn aufzudrehen und warmes Wasser auf seiner Haut zu spüren“, freut sie sich darauf, dass das bald wieder möglich sein wird

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