Tagesbetreuung: Dem Tag wieder mehr Sinn geben. Bau für drittes Betreutes-Wohnen-Haus in der Getreidestraße läuft. Diese wird auch die Tagesbetreuungsstätte beheimaten.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 08. Dezember 2018 (04:25)
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Der Bau des dritten Betreuten-Wohnen-Hauses in der Getreidestraße ist bereits im Gange und soll bis 2020 abgeschlossen sein. Im Erdgeschoß wird dort das Tagesbetreuungszentrum beheimatet sein.
Christian Eplinger

Die Kinder kümmern sich rührig um die verwitwete Mutter, sorgen für das Essen, den Haushalt und was sonst alles anfällt. Aber tagsüber gehen sie ihren Berufen nach. Die Mutter sitzt alleine zu Hause. Schleichend nimmt die Altersdemenz zu. Denn beim Alleinsein wird auch der Geist der Mutter nicht mehr so gefordert wie früher.

Ein Schicksal, das viele Familien nur allzu gut kennen. Ein Schicksal, dem ab 2020 in Wieselburg Abhilfe geschaffen werden soll. Denn in rund eineinhalb Jahren werden die beiden Wieselburger Gemeinden gemeinsam das erste kommunale Tagesbetreuungszentrum im Bezirk eröffnen.

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Präsentierten gemeinsam das Projekt Tagesbetreuungszentrum in Wieselburg und freuen sich schon auf dessen Umsetzung, von links: Geschäftsfülhrende Gemeinderätin Ingrid Handl, Gemeinderätin Waltraud Panzinger sowie Landbürgermeister Karl Gerstl, Die Siedlung-Vorstand Wolfgang Liebl und Stadtbürgermeister Günther Leichtfried.
Christian Eplinger

„Es ist ein Projekt, das getragen wird vom Miteinander. Dem Miteinander der Gemeinden, dem Miteinander der Generationen, dem Miteinander von Gemeinden und Siedlungsgenossenschaft aber auch dem Miteinander zwischen Land und Gemeinden“, freut sich Stadtbürgermeister Günther Leichtfried (SPÖ).

Dabei war einige Überzeugungsarbeit notwendig, um vom Land die Genehmigung für das Tagesbetreuungszentrum zu erhalten. Nicht zuletzt gab die finanzielle Kraft der beiden Gemeinden den Ausschlag für das Ja des Landes. Denn das Tagesbetreuungszentrum lassen sich die beiden Gemeinden einiges kosten. 32.000 Euro für Baukosten und Einrichtung sowie rund 41.000 Euro für den Betrieb pro Jahr (je nach Auslastung) haben die beiden Gemeinderatsgremien beschlossen – wohlgemerkt jeweils pro Gemeinde.

„Das Tageszentrum ist ein Projekt, das getragen wird vom Miteinander aller Beteiligten und Generationen“ Bürgermeister Günther Leichtfried

„Auch wenn es einige Diskussionen gegeben hat, sind wir überzeugt, dass das Tageszentrum die Lebensqualität für die ältere Generation in unserer Region enorm erhöhen wird“, steht auch Landbürgermeister Karl Gerstl (ÖVP) voll hinter dem Projekt.

Situiert wird das neue Tagesbetreuungszentrum im dritten Betreuten-Wohnen-Haus in der Getreidestraße, das die Amstettner Wohnbaugesellschaft „Die Siedlung“ derzeit in Wieselburg errichtet. Vier Wohnungen (170 m ) werden für das Tageszentrum von den Gemeinden angemietet. „Damit sind in diesem Wohnhaus nur zwölf Wohnungen für das Betreute Wohnen zur Verfügung. Insgesamt haben wir nach Fertigstellung dieses dritten Hauses dann 41 betreute Wohnungen. Weitere 15 wären für das vierte Gebäude geplant, das wir in Angriff nehmen, sobald das dritte voll ausgelastet ist“, erläutert Wolfgang Liebl, Vorstand von „Die Siedlung“.

Für die Organisation des Betreuten Wohnens ist die Wieselburger Gemeinderätin Waltraud Panzinger (SPÖ) im Auftrag der Stadtgemeinde zuständig. Synergieeffekte mit dem Tageszentrum sollen natürlich genützt werden. Das Betreuungskonzept für das Tageszentrum stammt von Ingrid Handl, geschäftsführende Gemeinderätin in Wieselburg-Land (ÖVP). Sie hat darin auch ihre langjährige Erfahrung als diplomierte Pflegekraft und Caritas-Sozialstationsleiterin (seit 1994) eingebracht.

„Das Tagesbetreuungszentrum soll ein Ort werden, wo die älteren Menschen gerne hinkommen. Sie können dort aktiv am Gesellschaftsleben teilnehmen. Wir werden ihnen ein entsprechendes abwechslungsreiches Wochen- und Tagesprogramm bieten und damit gleichzeitig auch die Angehörigen entlasten“, ist Ingrid Handl überzeugt, dass das Konzept erfolgreich sein wird.