Tagesbetreuungszentrum: „Wie eine kleine Familie“. Schon seit einem Monat betreuen Ingrid Handl und ihr Team an drei Tagen pro Woche ihre Gäste. Gedächtnistraining und gemeinsame Zeit stehen am Programm.

Von Anna Faltner. Erstellt am 09. August 2020 (04:56)
Leiterin Ingrid Handl (2. v. l.), Stadträtin Sabine Rottenschlager (hinten) und Mitarbeiterin Sabrina Loisl (rechts) mit Tagesgästen.
Gemeinde

Mit dem Wieselburger Tagesbetreuungszentrum wurde vor einem Monat ein neuer Treffpunkt geschaffen. Leiterin Ingrid Handl hört schon jetzt von vielen Tagesgästen Worte wie: „Ich komme sehr gerne her, es ist wirklich schön“. Die Menschen fühlen sich wohl, und so soll es auch sein.

Das dreiköpfige Team begrüßt die Tagesgäste immer dienstags, mittwochs und freitags, jeweils von 8 bis 16 Uhr. Etwa zehn Personen kommen (an unterschiedlichen Tagen) ins Zentrum in der Getreidestraße. Kapazitäten für neue Besucher gibt es übrigens noch, bis zu 15 Tagesgäste dürfen pro Tag ihre Zeit im Tagesbetreuungszentrum verbringen. „Wer und woher – da haben wir keine Grenzen. In der InRegion (Wieselburg Stadt und Land, Petzenkirchen und Bergland) haben wir einen Transportservice. Ansonsten müssen die Gäste eben gebracht und wieder abgeholt werden“, erklärt Handl. Wichtig ist aber auch: Die Tagesgäste müssen Pflegegeld-Bezieher sein und dürfen maximal in Pflegestufe 4 eingestuft sein.

Gleich nach der (Corona-bedingt verspäteten) Eröffnung der Tagesstätte Anfang Juli sowie einer kurzen Kennenlernphase hat sich rasch ein Tagesablauf entwickelt. Vormittags steht nämlich Gedächtnistraining am Programm. Jede Woche beschäftigt sich die Gruppe mit einem bestimmten Thema, das jetzt nicht typisch in ihrem Alltag vorkommt. Momentan steht zum Beispiel jede Woche ein Land im Mittelpunkt. „Wir sprechen über alles, was dieses Land betrifft. Währung, Sicherheit, Kultur oder Religion. Das interessiert die Menschen. Und sie alle haben in ihrer Vergangenheit auch Erfahrungen gemacht, die sie gerne teilen“, erzählt die Leiterin. Ziel dieser Übung ist es, altes Wissen abzurufen. „Jeder kann etwas erzählen. Sie merken sich sehr viel und sind mit vollem Eifer dabei. Wir sind schon wie eine kleine Familie“, ist Ingrid Handl begeistert.

Ein weiteres Highlight ist das gemeinsame Mittagessen jeden Tag. Oft fließt das Tagesthema auch in das Mittagsmenü in der Tagesstätte ein. Die Tischdeko wird aus den Farben der jeweiligen Landesfahne gebastelt, traditionelle Gerichte aus Italien, England oder Schweden werden gemeinsam gekocht.

Danach steht eine kurze Ruhephase in den Relaxsesseln mit Kaffeepause am Programm. Nachmittags werden noch einige Stunden mit Spielen, Singen oder verschiedenen Bastelarbeiten verbracht. Stadträtin Sabine Rottenschlager, zuständig für soziale Angelegenheiten und Generationen, war kürzlich zu Gast und war begeistert: „Schön zu sehen, wie wohl sich die Senioren in dieser liebevollen Umgebung fühlen. Man spürt, welche Freude es bereitet, den Tag in Gemeinschaft verbringen zu können.“

Bei ihrem Besuch stellte sie schnell fest, dass die Gäste den Tag dort kaum erwarten können. Ein Tagesgast kann das nur bestätigen: „Am allermeisten genieße ich das gemeinsame Mittagessen. Das habe ich in den vergangenen Jahren sehr vermisst. In der Gemeinschaft schmeckt es doch am besten.“