Umfahrung Wieselburg: Bauzeit und Kosten im Plan. Projektleiter Wolfgang Leitgöb blickt auf ein erfolgreiches und unfallfreies Baujahr 2019 zurück.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 09. Januar 2020 (04:52)

Zwei Wochen lang herrschte Stillstand auf der größten Straßenbaustelle des Landes. Am Dienstag starteten die Firmen wieder mit den Arbeiten. Nachdem 2016 mit den ersten Baumaßnahmen begonnen worden war, wird im Herbst 2020 die endgültige Fertigstellung der 8,1 Kilometer langen Umfahrung Wieselburg erfolgen.

2019 war dabei das bislang intensivste Jahr bei den Bauarbeiten. Ein „sehr erfolgreiches und vor allem unfallfreies Baujahr. Wir liegen sowohl in der Bauzeit als auch von den Baukosten her absolut im Plan“, erklärt Projektleiter Wolfgang Leitgöb von der Straßenbauabteilung des Landes NÖ gegenüber der NÖN.

Unmittelbar vor Weihnachten gab es bei der südlicheren, 100 Meter langen Erlaufbrücke in Mühling den Tragwerksschluss, nachdem dieser bei der 180 Meter weiten Erlaufbrücke im Norden (Bereich Kläranlage) bereits im August erfolgt war. „Somit sind sämtliche 17 Brückenobjekte im Rohbau fertiggestellt. Es folgt nun der weitere Ausbau an den Brücken – von Brückenabdichtung, Randbalken und Schleppplatten bis zur Brückenausrüstung“, erläutert Leitgöb.

„Die Erdbauarbeiten sind nahezu abgeschlossen. Nur mehr punktuell sind noch Fertigstellungen der Erdbauschüttungen im Gange.“ Projektleiter Wolfgang Leitgöb

Im Erdbau konnten die Schüttarbeiten 2019 nahezu abgeschlossen werden. „Lediglich punktuelle Fertigstellungen der Erdbauschüttungen sind noch im Gange“, weiß Leitgöb. Insgesamt wurden rund 850.000 Kubikmeter an Schüttungen hergestellt, wobei rund ein Viertel davon direkt aus der Baustelle gewonnen werden konnte.

Noch 2019 abgeschlossen wurde auch die Räumung der beiden, sich im Baufeld befindlichen Deponien. Unter einer chemischen Bauaufsicht wurden die Inhalte der Deponien vor Ort in verschiedene Abfallklassen kategorisiert und anschließend ordnungsgemäß entsorgt. „Aufgrund der umfangreichen Voruntersuchungen und einer detaillierten Räumungsplanung erfolgten diese Arbeiten ohne negative Überraschungen“, freut sich Leitgöb. Im Zuge der Einbauten- und Entwässerungsarbeiten wurden bereits rund sieben Kilometer an Leitungen verlegt und zirka 1.500 Stück Stahlrammpfähle als Fundamente für die Lärmschutzwände errichtet. Nach dem Erdbau folgen in den nächsten Monaten die einzelnen Schichten des ungebundenen und gebundenen Oberbaues, wie zum Beispiel die Herstellung der Frostschutzschichten.

Nachdem in den letzten Monaten die Querungen der L96 (Kreisverkehr vor Petzenkirchen) und L105 (Richtung Mank) unter beziehungsweise über der neuen Umfahrungstrasse abgeschlossen und für den Verkehr freigegeben werden konnten, starteten zuletzt die Vorarbeiten für den nördlichen Kreisverkehr. „Einer Eröffnung der gesamten Umfahrung im Herbst 2020 steht aus derzeitiger Sicht nichts im Wege“, ist Leitgöb überzeugt.