Plaras Wilde Schmankerl insolvent. Aus für Plaras Wilde Schmankerl. Nach Ausfall eines Großauftrages schlitterten die Wildbretveredeler in Liquiditätskrise und in den Konkurs. 340.000 Euro Überschuldung.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 07. Juni 2018 (04:00)
Leopold Rank
2016 war die Welt noch in Ordnung. Für die ORF-Sendung „Köstlich kulinarisch“ war ORF NÖ Moderatorin Birgit Brunner (Mitte) mit einem Kamerateam bei der Firma Plaras Wilde Schmankerl in Unteretzer-stetten und in Pöchlarn. Von links: Marc Bachler, Kameramann Günther Harather, Moderatorin Birgit Brunner sowie die beiden Geschäftsführer Martin Rank und Andreas Platzer.

Seit 2011 haben sich die beiden begeisterten Jäger Andreas Platzer aus Wieselburg und Martin Rank aus Pöchlarn auf die Veredelung von Wildbret spezialisiert und gründeten in Unteretzerstetten am Hof von Andreas Platzer die Firma „Plaras Wilde Schmankerl“. Das Geschäft lief gut, die Nachfrage stieg über die Jahre, das Produktsortiment wurde immer größer.

Die Palette reichte inzwischen von Wild-Maisen über Wild-Käsekrainer bis hin zu feinstem Wild-Schinken und selbstgekochten Gerichten, wie das Hirsch-Gulasch oder dem Wildschwein-Chili. Nach einigen Bronze-, Silber- und Goldmedaillen holten Platzer und Rank bei der Ab Hof-Messe mit ihrem Hirsch- Rohschinken einen Speckkaiser.

Großauftrag hielt nicht das, was er versprach

Das ist mittlerweile alles Geschichte. Am 24. Mai reichte die Plaras Wilde Schmankerl GmbH beim Landesgericht St. Pölten mit einer Überschuldung von 340.000 Euro den Konkursantrag ein. „Wir haben Anfang 2017 einen Großauftrag aus der Lebensmittelbranche reinbekommen und daraufhin unseren Einkauf und die Produktion um 23.000 Kilogramm auf 55.000 Kilogramm fast verdoppelt.

Gleichzeitig haben wir in Maschinen und Personal investiert“, schildert Plaras Geschäftsführer Martin Rank im NÖN-Gespräch. Statt dem zugesagten Umsatz von 300.000 Euro aus diesem Auftrag wurden es aber nur 100.000 Euro. „Und davon sind noch 70.000 Euro ausständig“, betont Andreas Platzer. Die Folge waren Liquiditätsprobleme und schließlich der Konkursantrag.

Und so wurde aus Plaras Wilde Schmankerl innerhalb von nur einem Jahr von einem gut gehenden Betrieb mit bis zu sieben beschäftigten Mitarbeitern ein Konkursunternehmen mit Ablaufdatum. Denn Masseverwalter Christian Kies aus Scheibbs plant, den Betrieb nur mehr rund einen Monat offen zu halten.

„Es wird noch einen gewissen Ab Hof-Abverkauf geben, danach wird das Unternehmen aber liquidiert. Die Produktion ist bereits eingestellt. Eine Fortführung zumindest durch die handelnden Personen ist nicht geplant. Ob es andere Interessenten gibt, wird derzeit gerade ausgelotet“, erklärt der Scheibbser Rechtsanwalt gegenüber der NÖN. Aktuell sind neben den beiden Geschäftsführern noch zwei Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt.