Gesundheitszentrum: „Zeit nehmen für die Patientinnen“. Die Frauenärztinnen Sigrid Deimel und Kehinde Wewe ziehen ins Wieselburger Stadtquartier, die Übergangspraxis ist schon bezogen.

Von Anna Faltner. Erstellt am 23. Januar 2021 (05:06)
Bis Ende 2021 soll das Stadtquartier im Gesundheitszentrum eine Vielfalt an Ärzten, Geschäften und Wohnungen beherbergen.
Anna Faltner

Die Baustelle für das Stadtquartier schreitet voran, auch die Übergangsordination in der Josef-Riedmüller-Straße füllt sich immer mehr. Neben Stefan Hacker, Spezialist für plastische Chirurgie und Psychotherapeut Martin Steiner, die bereits seit Sommer dort ordinieren, haben sich in den vergangenen Tagen auch die beiden Frauenärztinnen Sigrid Deimel und Kehinde Wewe eingerichtet.

Bis Ende 2021 soll das Stadtquartier im Gesundheitszentrum eine Vielfalt an Ärzten, Geschäften und Wohnungen beherbergen.
Anna Faltner

Bis zur Eröffnung des Gesundheitszentrums im Stadtquartier im Dezember behandeln die Fachärztinnen für Gynäkologie und Geburtshilfe ihre Patienten in der Josef-Riedmüller-Straße – und zwar abwechselnd. Die Entscheidung, sich als Wahlärztinnen selbstständig zu machen, fällten Deimel und Wewe gemeinsam.

„Wir arbeiten seit 15 Jahren im Krankenhaus Scheibbs zusammen. Daraus hat sich schon eine Freundschaft entwickelt“, erzählt Kehinde Wewe, die seit zwei Jahren Oberärztin ist. Die Ordination wird gemeinsam genutzt, allerdings sind beide eigenständige Wahlärztinnen.

„So können wir uns gegenseitig aushelfen, falls eine von uns auf Urlaub ist. Da gibt es gleich mehrere Vorteile, unter anderem der Erfahrungsaustausch“, ergänzt Sigrid Deimel.

Die Wieselburgerin war neben ihrer Beschäftigung als Oberärztin im Landesklinikum schon sieben Jahre als Kassenärztin in einer Gruppenpraxis in Wieselburg tätig. Nun entschied sie sich für die Veränderung zur Wahlärztin und erweitert somit das Gynäkologieangebot in der Stadt. „Das Projekt Stadtquartier hat uns einfach angesprochen. Da haben wir die Chance genutzt“, sagt Wewe, die in Scheibbs lebt.

Die Ordination ist seit der Vorwoche besetzt

Worauf sich die beiden besonders freuen, ist der Kontakt zu ihren Patientinnen. „Wir wollen uns wirklich Zeit für die Leute nehmen und nicht einen Termin nach dem anderen runterklopfen. Und wir können unsere Patientinnen sowohl hier als auch im Krankenhaus betreuen“, freuen sich beide.

Sigrid Deimel konnte einige ihrer Kunden schon im neuen Quartier begrüßen. Sie ist immer freitags und am Dienstagabend in der Ordination. Kehinde Wewe startet komplett neu in die Selbstständigkeit und freut sich auf zukünftige Patientinnen. Ihr Ordinationstag ist der Montag, nach Vereinbarung und Bedarf können aber noch weitere Termine vereinbart werden.

Beide beraten in puncto Frauengesundheit – von der Pubertät über die Schwangerschaft bis ins höhere Alter. „Wir werden auch Mädchen-Sprechstunden anbieten. Da geht es um Verhütung, Aufklärung und Sexualität. Wir wollen den jungen Mädels zeigen, wie es beim Frauenarzt abläuft – auch ohne Untersuchung. Und ihnen so die Angst vorm Gynstuhl nehmen“, sind Deimel und Wewe überzeugt.