Moser Wurst: „Schaffen Platz für Expansion“. Moser Wurst will Standort in Wieselburg erweitern. Vier Häuser werden dafür abgerissen. Fertigstellung bis 2023 geplant.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 18. April 2021 (05:41)

2023 feiert Moser Wurst das 120-jährige Firmenjubiläum. Bis dahin möchte Moser wieder einen weiteren Modernisierungsschritt setzen. „Für mögliche Expansionen haben wir in den letzten Jahren Häuser samt Grundstücke um unsere Firma erworben“, schildert Eigentümerin Irmtraud Moser.

„Aktuell sind wir sehr begrenzt mit unserem Platz, einerseits was die Auslieferung betrifft und auf der anderen Seite die generellen Lagerkapazitäten. Die bestehende Infrastruktur in diesen Bereichen ist für einen IFS zertifizierten Betrieb – wie wir es sind – im Jahr 2021 nicht mehr ganz zeitgemäß“, verrät Geschäftsführer Florian Pfeiffer.

Die ersten Veränderungen sind aktuell gut zu beobachten. Denn nachdem bereits vor einigen Jahren das alte Griessler-Haus abgerissen worden ist, werden aktuell das Göschl-Haus (rechter Hand stadtauswärts) sowie als nächster Schritt der ehemalige Gasthof Erhart und das Durz-Haus abgerissen. Danach stehen der Firma Moser so rund 2.000 m 2 rechter Hand der Erlauftalbundesstraße und 1.200 m 2 auf der linken Straßenseite als Expansionsfläche zur Verfügung.

Wie die Pläne genau ausschauen, wollen Moser und Pfeiffer noch nicht preisgeben, aber „das Stadtbild der Einfahrt von Wieselburg bis zur Moser-Brücke wird sich positiv verändern“, lächelt Irmtraud Moser, die schon einige Umbauten in der Firma Moser mitgemacht hat. Die beiden letzten betrafen den Küchenzubau samt neuer Energiezentrale für das gesamte Haus im Jahr 2014 sowie den Umbau des alten Geschäfts im Bereich Manker Straße 2018.

„Wir haben das schwierige Corona-Jahr 2020 auch dafür genützt, um uns für die Zukunft fit zu machen. Zum einen mit der Planung von baulichen Aktivitäten und zum anderen auch mit Digitalisierungsschritten in unserem Betrieb. Denn die digitale Optimierung der Systeme und Prozesse macht auch vor einem Wurst- und Fleischproduzenten nicht halt“, weiß Florian Pfeiffer.

Gastro-Lockdown trifft auch Firma Moser

Generell habe das Corona-Jahr auch bei Moser Wurst für Umsatzeinbußen gesorgt. Der Gastroanteil an der Gesamtabnahmemenge beträgt bei Moser Wurst rund 20 Prozent. Der ist durch den langen Lockdown zum Großteil eingebrochen. „Zudem geht der Trend im Einkaufsverhalten ganz stark in Richtung Selbstbedienung und Onlinehandel. Das hat sich bei uns im Culto, wo Bedienung und persönliche Beratung im Mittelpunkt stehen, sehr ausgewirkt. Und wenn man fünf Mitarbeiter benötigt, um das Geschäft am Laufen zu halten, aber nur sieben Kunden einlassen darf, passt das Verhältnis wirtschaftlich einfach nicht zusammen“, schildert Irmtraud Moser. Etwas reduziert hat man daher auch die Öffnungszeiten im Culto.

Nichtsdestotrotz bleibt Moser Wurst dem Weg der Regionalität auch oder gerade in schwierigen Zeiten treu. Das gilt sowohl für die Rohstoffe – das Rind- und Schweinefleisch der Firma Moser kommt zu 100 Prozent aus Österreich, davon wiederum zu 80 Prozent aus der Region – als auch für die rund 100 Mitarbeiter. „Noch haben wir einen hohen Mitarbeiteranteil aus der Region. Aber das in die nächste Generation umzulegen, wird schwierig“, weiß Florian Pfeiffer. Denn die Zahl der Personen, die von Haus aus Bezug zur Fleisch- und Wurstproduktion mitbringen, werde immer kleiner. Ganz ohne ausländische Kräfte würde es daher auch heute schon nicht mehr gehen.