Lassingtal: Grünes Licht für den Zusammenschluss

Nach Beschluss im steirischen Landtag steht der Zertifizierung des Lassingtals als Wildnisgebiet nichts mehr im Wege.

Erstellt am 18. Juli 2021 | 10:01
440_0008_8122163_erl28lunz_lassingtal_wildnisgebiet_stei.jpg
Landtagsabgeordneter Armin Forstner, Unterstützer Bernhard Astner (hba Rechtsanwälte), Bürgermeister Josef Schachner (Lunz), Nina Schönemann (Wildnisgebietsverwaltung), Gerald Plattner (Bundesforste), Unterstützer Herbert Gartner (CEO eQventure), LH-Stellvertreter Franz Schnabl, Landesrätin Ursula Lackner, Bürgermeister Bernhard Moser (Landl), Bezirkshauptmann Christian Sulzbacher (Liezen), Landtagsabgeordnete Michaela Grubesa, Oliver Gulas (Geschäftsführer Naturpark Steirische Eisenwurzen), Bürgermeisterin Karin Gulas (Wildalpen), Christian Holzer (Sektionschef im Umweltministerium) und Christoph Leditznig (Wildnisgebietsverwaltung).
Foto: privat

Endgültig auf die Zielgerade eingebogen ist die Schaffung des steirischen Wildnisgebietes entlang der Lassing mit dem Beschluss des steirischen Landtages am Dienstag der Vorwoche. Damit sind nun alle Voraussetzungen für die Ernennung dieses weitgehend unberührten Gebietes zum Wildnisgebiet erfüllt. Die Zertifizierung erfolgt durch die Weltnaturschutzorganisation IUCN im Herbst.

Etwa 3.500 Hektar umfasst das Gebiet rund um den weitgehend unregulierten Lassingbach in den Gemeinden Landl und Wildalpen im Norden der Steiermark. Seine ausgedehnten Schotterflächen und einmalige Begleitvegetation werden unter den höchstmöglichen Schutzstatus gestellt. Dieser Umstand ist bedeutend, weil der Urwald „Rothwald“ in den Lassingbach entwässert und dieser somit für verschiedene Organismen wichtige Migrationswege und Lebensräume bildet.

Durch den Zusammenschluss mit dem direkt angrenzenden, ebenso großen Wildnisgebiet Dürrenstein entsteht ein europaweit einmaliges, 7.000 Hektar großes Schutzgebiet mit dem größten noch vorhandenen Urwald des Alpenbogens. Dieser gilt mit seinen vielfältigen Arten als einer der letzten Lebensräume in Europa, der sich seit der jüngsten Eiszeit ohne Einfluss des Menschen entwickeln konnte.

„Das ist ein echtes Vermächtnis für die kommenden Generationen“ Ursula Lackner

Nach langen Verhandlungen ist es der steirischen Umweltlandesrätin Ursula Lackner (SPÖ) mit der Unterstützung zweier Unternehmer im März gelungen, die Ausdehnung des niederösterreichischen Wildnisgebietes auf die Steiermark zu realisieren. „Das ist ein echtes Vermächtnis für die kommenden Generationen“, betont die steirische Landespolitikerin.

Anlässlich der bevorstehenden Zertifizierung hatte Lackner alle Partner, die an den über viele Jahre hinweg andauernden, von Lackner nun erfolgreich abgeschlossenen Verhandlungen mitgewirkt haben, zu einem Festakt geladen. Dieser fand am Rande des Wildnisgebietes statt, direkt am Zusammenfluss der Salza und des Lassingbaches. Mit dabei war auch Niederösterreichs LH-Stellvertreter Franz Schnabl.