Frühling auf der Hochrieß – und ein Spendenaufruf. Ungewohnt ruhig ist es im Moment noch im Kinderparadies. Doch für den ersten Besuch ist bereits alles vorbereitet.

Von Karin Katona. Erstellt am 16. April 2021 (05:53)
Ein seltener Anblick: Während des Lockdowns hatten alle Mitglieder der Familie Distelberger genug Zeit für einen gemeinsamen Sonntags-Spaziergang. Foto: privat
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Dass alle Mitglieder der Familie Distelberger – Großeltern, Kinder und Enkel – genug Zeit haben, gemeinsam einen langen Sonntags-Spaziergang zu machen, ist ebenso ungewöhnlich wie die Stille, die derzeit auch an Wochenenden im Wildpark auf der Hochrieß bei Purgstall herrscht. Im Paradies für Kinder, die hier reiten, spielen, viele Tiere beobachten und auch angreifen können, ist sonst am Wochenende Hochbetrieb – bei fast jedem Wetter.

Doch der „Osterruhe“ muss auch der Wildpark sich beugen. Was nicht bedeutet, dass hier nichts geschieht. Bei den Zwergziegen und bei den Kaninchen hat sich Nachwuchs eingestellt, die Entenküken sind geschlüpft, während die Fasane noch auf dem Nest sitzen. Wenn die Kinder wieder kommen dürfen, haben sie viel zu sehen.

„Mit dem Eintritt decken wir gerade einmal die Erhaltungskosten.“ Matthias Distelberger, Die Hochrieß, Purgstall

„Wir gehen davon aus, dass wir Mitte Mai wieder aufsperren dürfen“, hofft Matthias Distelberger, der gemeinsam mit seinem Bruder Philipp den Wildpark von den Eltern übernommen hat. Die Zeit hat die Familie genutzt, um den Betrieb, die Zimmer und das Restaurant auf den neuesten Stand zu bringen. Für den ersten Besuch ist alles vorbereitet.

Dass es im Wildpark jetzt so still ist, ändert aber nichts daran, dass Arbeit getan werden muss und Tiere – auf der Hochrieß leben insgesamt 45 Tierarten – ihr Futter brauchen. „Mit den zwei Euro Eintritt, die wir von den Gästen verlangen, decken wir sonst gerade unsere Erhaltungskosten“, sagt Matthias Distelberger. „Im Moment haben wir nicht einmal das. Und auch Gasthaus und Hotel müssen geschlossen bleiben.“

Menschen schätzen eigenes Land mehr

Die Familie habe sich daher schweren Herzens entschlossen, auf ihrer Homepage www.hochrieß.at einen Spendenaufruf zu starten. „Wir erhalten keinerlei staatliche Mittel für die Erhaltung des Wildparks. Zum ersten Mal in unserer Geschichte müssen wir jetzt um Spenden bitten“, bedauert Distelberger. Dankbar sei die Familie für die Unterstützung durch die Gäste: „In derartigen Situationen halten unsere langjährigen Stammgäste zu uns, das ist sehr berührend.“

Die Buchungslage im Urlaub- am-Bauernhof-Betrieb sei sehr gut, berichtet der junge Gastronom: „Für den Sommer ist unser Familienhotel schon fast ausgebucht. Wir haben sehr viele Stammgäste, Familien mit Kindern, vor allem aus Österreich und Deutschland.“ Vom Österreich-Tourismus-Boom 2020 hat auch die Hochrieß profitiert. „Dass wir im Sommer ausgebucht sind, war auch schon vorher der Fall. Aber durch Corona haben noch mehr Menschen das eigene Land schätzen gelernt und das Interesse an unserem Angebot war größer denn je.“

Reservierungen werden derzeit ohne Stornogebühren angenommen, in der Hoffnung, dass im Sommer ein normaler Betrieb wieder möglich sein wird. „Planen lässt sich jedoch nichts, weil ja niemand sagen kann, wie die Lage sich bis dahin entwickelt“, sagt Distelberger. Einen Plan gibt es aber dennoch: Der Wildpark soll umstrukturiert werden. „Wir möchten, dass die Besucher noch mehr von den Tieren sehen. Details gibt es erst im Herbst“, heißt es vonseiten der Familie.