Corona-Krise: Danke an hoch motivierte Mitarbeiter. Während in den Büros der großen Industriebetriebe der Region großteils auf Homeoffice umgestellt wurde, müssen die Mitarbeiter der Produktion Tag für Tag weiterhin zur Arbeit. Spezielle Schutzmaßnahmen, gesperrte Betriebsrestaurants, Kantinen und Pausenräume sowie strikt angeordnete Hygienemaßnahmen sollen dabei ein Ansteckungsrisiko minimieren. Von den Geschäftsführungen gibt es für die Produktionsmitarbeiter durch die Bank großes Lob!

Von Christian Eplinger und Karin Katona. Erstellt am 21. März 2020 (17:22)
Mit einem speziellen Foto bedankte sich das Wittur-Management bei seinen Mitarbeitern.
Wittur Scheibbs

Beim größten Arbeitgeber des Scheibbser Bezirks, ZKW in Wieselburg, sind bereits seit mehr als einer Woche alle Mitarbeiter, wo es inhaltlich, technisch und persönlich möglich ist, im Homeoffice. Nachdem wichtige Kunden wie BMW, Audi und VW ihre Produktion gestoppt haben, ist seit Donnerstag auch in Wieselburg der Produktionsbetrieb stark eingeschränkt.

Auf Hygiene wird in allen großen Industriebetrieben der Region derzeit besonders Wert gelegt. Im Bild Jürgen Fellnhofer, Mitarbeiter der Firma Welser Profile in Gresten mit einer beispielhaften Schutzausrüstung
Welser Profile

„ZKW wird das Instrument der Corona-Kurzarbeit nutzen, um bestmöglich Arbeitsplätze für die Zukunft zu sichern und Kündigungen zu vermeiden. In welchem Umfang dies notwendig ist, werden die Planungen der nächsten Tage und Wochen zeigen“, erklärt Oliver Schubert, CEO der ZKW Group. Abgebaut hat ZKW vorerst einen großen Teil des Leasingpersonals. Insgesamt waren am Schluss über 3.300 Mitarbeiter in Wieselburg beschäftigt.

„Ganz besonders möchten wir uns bei allen Mitarbeitern bedanken, die in dieser schwierigen Situation sicherstellen, dass wir die Lieferkette aufrechterhalten und unseren Lieferverpflichtungen nachkommen können“, betont auch der Standortleiter der ZKW Lichtsysteme Wieselburg, Stefan Hauptmann.

Lob und Dankesfoto an die Produktionsmitarbeiter

Vorerst von der Coronakrise noch unbeeinträchtigt weiterproduziert wird in den Werken von Welser Profile in Gresten und Ybbsitz sowie beim Aufzugkomponentenhersteller Wittur in Scheibbs. „Wir sind weiterhin voll in der Produktion und es freut uns, dass wir immer noch hoch motivierte Mitarbeiter in der Fertigung haben. Ein ganz großes Lob geht an diese Kollegen“, sagt Wittur-Geschäftsführer Michael Bach. Vom Management des Scheibbser Unternehmens gab es auch ein spezielles Danke-Foto, das an die Mitarbeiter verschickt und in den Produktionsbereichen ausgehängt wurde.

 Auch bei Welser ist man voll des Lobes für die Produktionsmitarbeiter: „Dank der vorbildlichen Haltung und dem unermüdlichen Einsatz unserer Mitarbeiter produzieren wir in der kommenden Woche mit etwas verminderter Schichtanzahl, aber auf noch sehr gutem Niveau. Wir sind jedoch auf der Suche nach der Normalität in diesem skurrilen Umfeld“, erklärt Pressesprecher Werner Stoebich. Dabei versuche man mit all den zur Verfügung stehenden Mitteln, auf die Gesundheit der Mitarbeiter zu achten. „Nur so können wir gewährleisten, dass die Produktionen unserer Kunden nicht zum Stillstand kommen. Vielleicht können wir dadurch einen wesentlichen Beitrag für die Wirtschaft leisten“, hofft Stoebich.

Abstand halten und Schichtbetrieb umgestellt

Auch bei der Busatis GmbH in Purgstall läuft die Produktion weiter – mit einigen Anpassungen an die Corona-Situation. „Die Sicherheit unserer Mitarbeiter steht für uns an erster Stelle“, betont Christoph Jordan, Geschäftsführer des international marktführenden Schneidkomponentenherstellers. In der Produktionshalle heißt es Abstand halten, Pausenräume und Kaffeeautomaten sind gesperrt. Der Schichtbetrieb ist umgestellt: „Eine Schicht beginnt eine halbe Stunde später, die nächste endet eine halbe Stunde früher“, erklärt Jordan. „So gibt es keine Gefahr, dass die Mitarbeiter sich zu nahe kommen.“ Auch Hygienemaßnahmen werden strikt eingehalten.

Das Büropersonal wurde ins Home Office geschickt – auf Hochdruck: „Bei uns gab es so etwas vorher nicht. Aber es ist uns gelungen, Innerhalb von 42 Stunden unser gesamtes Personal mit Laptops auszustatten“, berichtet der Busatis-Geschäftsführer stolz. Bis auf weiteres geht es also mit Einschränkungen weiter, auch bei Kunden und Lieferanten. „Wir tun, was wir können, um alle Vorsichtsmaßnahmen zu treffen. Wenn es einen Ansteckungsfall geben sollte, steht die Produktion ohnehin“, sagt Christoph Jordan.

Beim Stahlflaschenerzeuger Worthington Industries in Gaming ist die Produktion nach zwei Tagen Stillstand mittlerweile wieder uneingeschränkt angelaufen. „Wir haben die Sicherheitsmaßnahmen nochmals entsprechend angepasst“, betont Pressesprecher Todd Cesaratto.