50 Jahr-Jubiläum: Ein Hoch auf das Werk Scheibbs. Sowitsch, Kone, Wittur – seit 1968 erobert Technologie aus Scheibbs internationalen Aufzugsmarkt. Engagierte, motivierte Mitarbeiter als Erfolgsfaktor.

Von Christian Eplinger. Erstellt am 11. September 2018 (04:00)
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Es war das Jahr 1968, als Stefan Sowitsch die ehemalige Kamerithalle aus der Konkursmasse heraus gekauft und in Scheibbs ein Werk für Dreh- und Aufzugstüren ins Leben gerufen hat. Mit 31 Mitarbeitern begann damals die Erfolgsgeschichte, die sich trotz mehrmaligen Eigentümerwechsels nunmehr seit 50 Jahren fortschreibt.

Denn 1970 wurde aus der Firma Sowitsch, Kone-Sowitsch, dann fünf Jahre später nur mehr Kone, ehe schließlich 2001 die Wittur-Gruppe das Scheibbser Werk übernahm – übrigens wurde auch die Wittur-Aufzugteile GmbH & Co 1968 in der Nähe von München gegründet.

Doppeltes Jubiläum gefeiert

Also gab es am vergangenen Freitag gleich doppelten Grund zum Feiern in Scheibbs: 50 Jahre Wittur und 50 Jahre Werk Scheibbs. Und das tat man mit vielen Ehrengästen aber vor allem mit dem wichtigsten Gut, das das Scheibbser Werk seit 50 Jahren auszeichnet: den Mitarbeitern. „Mit dieser Mannschaft macht es Spaß, zu arbeiten, Neues zu entwickeln und die Erfolgsgeschichte weiterzuschreiben.

Da braucht man sich vor der Digitalisierung oder Industrie 4.0 nicht zu fürchten. Wir werden intelligent automatisieren, aber dabei auf das fundamentale Wissen der Mitarbeiter in diesem Werk zurückgreifen. Das kann keine Maschine ersetzen“, betonte Wittur Austria Geschäftsführer Michael Bach, der seit knapp einem Jahr den Standort Scheibbs leitet.

Das „engagierte und motivierte Team im Werk Scheibbs, die gemeinsam entwickelte Kultur und die Innovationskraft“ sind auch für Hans Königshofer, Chief Operating Officer der 16 Werke und 4.500 Mitarbeiter umfassenden Wittur Group, die Erfolgsfaktoren, mit denen sich das Scheibbser Werk international abhebt.

„Wir rechnen künftig mit einem weiteren Wachstum der aktuell rund 30 Milliarden Euro schweren weltweiten Liftindustrie. Und da werden wir und Sie hier in Scheibbs eine wichtige Rolle spielen“, versicherte Königshofer. Das von den verschiedenen Eigentümern immer entgegengebrachte Vertrauen in die Mitarbeiter und die Fähigkeiten der Mannschaft vor Ort strich Karl Lackinger in seiner Rede hervor. Lackinger hatte von 1984 bis 2006 das Scheibbser Werk geleitet und wurde dafür von Hans Königshofer nochmals geehrt.

600 Mitarbeiter beschäftigt

Je ein Originalbild des Scheibbser Wittur-Werkes anno 1968, gemalt von Josef Reisinger, gab es für drei Mitarbeiter, die im Gründungsjahr im Werk tätig gewesen waren: Traude Senger-Siebenhandl, Günther Buchbauer und Leopold Trauner. „Sie haben damals die Basis für den Erfolg des Scheibbser Werks geschaffen“, betonte Bach.

Apropos Erfolg: Aktuell zählt das Scheibbser Wittur Werk mit 600 Mitarbeitern den absoluten Höchststand an Mitarbeitern in der 50-jährigen Geschichte. Gearbeitet wird von Montag bis Freitag im Zwei-Schicht-Betrieb – trotz voller Auftragsbücher. „Das bekommt unsere Mannschaft hin“, lächelt Michael Bach und hofft, dass bei der 100-Jahr-Feier einige Lehrlinge von heute vorne stehen und Reden schwingen. Denn Lehrlingsausbildung wird im Scheibbser Werk seit jeher groß geschrieben. Insgesamt wurden seit 1968 264 Lehrlinge ausgebildet.

 

ZITIERT

„Der Betrieb ist seit 50 Jahren Lebensader für die Stadt und die Region. Oder, wie es Reinhard Fendrich sagen würde: Du bist mein Apfel, i dein Stamm, Scheibbs und Wittur gehören einfach z’sam.“
Bürgermeisterin Christine Dünwald

„Bei aller Digitalisierung spielt der Mensch immer noch eine immens wichtige Rolle. In Scheibbs ist die Standorttreue hoch. Die Mitarbeiter sehen das Scheibbser Werk einfach als ihr Werk an, egal wie in den letzten 50 Jahren der Name war.“
LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf

„Es läuft wirklich rund mit Wittur. Das gilt auch für die Zusammenarbeit mit uns als Gewerbebehörde. Hier sind alle Projekte gut aufbereitet. Das ist der Schlüssel für einen schnellen Verfahrensablauf.“
Bezirkshauptmann Johann Seper

„Wenn der Betriebsratsratsvorsitzende Robert Leitern als zweiter Redner an die Reihe kommt, zeigt das, dass die Unternehmensführung viel Wert auf eine sozialpartnerschaftliche Zusammenarbeit legt.“
AKNÖ-Vorstand Patrick Slacik

„Wittur bewegt sich in der Formel 1 des globalen Marktes, vergisst aber nie auf seine Wurzeln.“
WK-Vizepräsident Christian Moser